Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main
- Journal
- Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main
- Volume
- 1904
- Date
- 1904-01-01
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
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— 14 — und zu treuen Kindern der Religion ihrer Väter werden Hess. Von Jahr zu Jahr wuchs die Anzahl der Schüler und Schülerinnen, von Jahr zu Jahr wuchs auch das Ansehen der Gemeinde, die sich aus kleinen Anfängen unter denkbar ungünstigsten Auspizien entwickelt hatte, wuchs das Ansehen der Gemeinde, eben weil die Schule sich nicht von den Pfaden entfernte, die S. R. Hirsch ihr vorgezeichnet hatte und Generationen heranzog, die in seinem Sinne, erfüllt von seinen Idealen in das Leben hinaustraten. War die Schule das Kind der Religionsgesellschaft, so hat sie ihre Kindespflicht treu erfüllt, ist ihrer Mutter in Dankbarkeit und Liebe eine Stütze und Erhalterin geworden, weil sie nicht nur Wissen auf jüdisch-religiösem und aligemein menschlichem Gebiete vermittelte, sondern auch Bildung, die Tat des Menschen befruchtende und belebende Bildung zu geben bemüht war und es nie vergass, dass ihre Devise lautete a"i ny mir, nicht jüdisch-religiöse und auch dabei allgemein menschliche oder allgemein menschliche und auch dabei jüdisch-religiöse, sondern jüdisch-religiöse und dadurch aligemein menschliche, allgemein menschliche und dadurch jüdisch religiöse Bildung. Samson Raphael Hirsch selbst und seine Mitarbeiter haben ihren Pfad unbeirrt verfolgt, sein Sohn Direktor Mendel H ir sc h hatte von seinem Geiste geerbt, und er und seine Mitarbeiter waren nicht minder von den hohen Aufgaben durchdrungen, die ihrer harrten, und haben nicht minder glücklich zu wirken verstanden, des ist Zeuge, wie wir erwähnten, der grosse Ruf der Synagogen-Gemeinde „Israelitische Religionsgesellschaft", deren Mitglieder nicht zu den schlechtesten Bürgern des deutschen Vaterlandes und nicht zu den schlechtesten Juden gehören, des ist aber auch Zeugin die Anhänglichkeit ehemaliger Zöglinge an die Anstalt, der sie ihre Weltauffassung verdankten, die Anhänglichkeit, die sich in dieser zahlreichen Festversammlung bekundet, und die auch in pietätvollen Werken ihren Ausdruck fand, indem eine Reihe ehemaliger Schülerinnen das Andenken ihres heimgegangenen Direktors durch Herausgabe einer Uebersetzung und eines Commentars zu dem bibl. Buche der Klagelieder nach Aufzeichnungen, die in den Unterrichtsstunden gemacht, zu ehren gewusst haben, während andere zeigten, wie sie die Schule und ihre Lehrer ehrten, indem sie zum Andenken an ihren heimgegangenen Direktor Gedichte, die er für die Schlussprüfungen verfasst hatte, und die Zeichen seines grossen Geistes sind, sammelten und anlässlich des Schuljubiläums herausgaben. Das alles beweist es — die Schule ist bisher unter ihrem Begründer und unter dessen Sohn und Nachfolger ihrer Devise treu geblieben, wir dürfen es beim Rückblick über das vergangene halbe Jahrhundert ohne Scheu aussprechen. Aber ein Jubiläum gilt nicht dem Rückblick in die Vergangenheit allein, es will auch den Ausblick auf die Zukunft, will, dass aus der Vergangenheit gelernt werde, dass sie gleichsam von Neuem mit höherer Weihe und grösserer Kraft durchlebt werde. So sollen und .wollen wir jetzt auch in die Zukunft ausschauen. An dem Prinzip, welches die Schule bisher leitete, ist nichts, was der Vervollkommnung bedürfte, es ist das Ideal, dem sie zustrebt, und das uralt und unveränderlich ist, wie auch die Zeiten sich ändern. Zu vervollkommnen ist nur an uns, die wir die Aufgabe übernommen haben, das Werk grosser Männer fortzuführen, und die wir durch die Grundlage, die sie geschaffen, es leichter haben, dem Ideale näher zu kommen, wenn auch unsere Kraft gering ist. Wenn wir den Spuren der Vergangenheit folgen, wenn wir aus dem Beispiel eines S. R. Hirsch heilige Begeisterung für das grosse Werk schöpfen, das er ins Leben gerufen, so wird der Wille das ersetzen, was uns an Kraft fehlt, und wenn wieder 50 Jahre, wieder eine Jobelperiode verstrichen sein wird und nicht