Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main
- Journal
- Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main
- Volume
- 1904
- Date
- 1904-01-01
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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Schul oactirictiten. Das verflossene Schuljahr, das am 21. April 1903 begann und mit dem 22. März 1904 schliesst, brachte in seiner ersten Woche die fünfzigste Wiederkehr des Gründungstages der Schule, die nach Beschluss des Vorstandes der Gemeinde festlich begangen werden sollte. Obwohl die Vorbereitungen zu der Feier erst vier Monate vorher energisch betrieben worden waren, war der Verlauf der Festlichkeit ein so schöner und die Anteilnahme der ganzen Gemeinde, der ehemaligen Zöglinge und sonstiger, weitester Kreise eine so rege und begeisterte, dass die Tage der Jubiläumsfeier wohl auf alle bei ihr Anwesenden einen unauslöschlichen Eindruck gemacht haben und zu der Hoffnung berechtigen, das Wort des Bildad itfD rw "|n*«nn^ "WSD irw*n mm „War dein Anfang auch ein geringer, so wird deine Zukunft hochragend dastehen", werde sich auch fernerhin an den Unterrichtsanstaltender Synagogengemeinde „Israelitische Religionsgesellschaft" bewahrheiten. Da war nirgends stumpfes, verknöchertes Greisentum zu entdecken, wie man es bei Jubiläen manchmal findet, wenn sie sich im Rückblick auf vergangene grosse Zeiten verlieren, und wenn die Epigonen sich mit dem Ruhmeskranz früherer Heroen selbstgefällig schmücken, sondern alle, die an der Feier teilnahmen und sich zu den zu feiern Berechtigten zählten,* wären von dem Gedanken durchdrungen, dass es für die Gegenwart nur ein geringes Verdienst sei, wenn sie sich mühte, die Frucht der Vergangenheit nicht zu verlieren, und dass sie nur in rüstiger Weiterarbeit auf gegebenen Grundlagen überhaupt einen Anspruch auf Anerkennung ihres Strebens erwerben könne. In dieser Überzeugung wurzelte die le bensfrische, jugendliche Begeisterung, die alle Herzen erfüllte. Die Reihe der festlichen Veranstaltungen wurde am Freitag, dem 24. April, durch eine interne Schulfeier eingeleitet, an welcher sämtliche Klassen teilnahmen. In kurzen Worten wies der Unterzeichnete die Kinder auf die Bedeutung des Jubiläums hin, ermahnte sie, sich den grossen Begründer der Anstalt und seinen Sohn und Nachfolger zum Vorbild zu nehmen und das Panier der Schule hochzuhalten, wie es bisher geschehen sei, damit die Anerkennung, welche sich die Schule durch die Prinzipien, auf denen sie beruhte, schon im ersten halben Jahrhundert ihres Bestehens erworben hätte, auch in fernerer Zeit in erhöhtem Masse ihr erhalten bliebe. Wenn sie mit solchen Vorsätzen das Jubiläum feierten, würden die Zöglinge der Schule ihren Lehrern und der Anstalt, von der sie die Rüstung für das Leben erhielten, einst im Leben den rechten Dank zollen können. Der eigentliche Festakt fand am Montag, dem 27. April, im grossen Saale des Zoologischen Gartens, der kaum die gewaltige Menge der Teilnehmer zu fassen vermochte, statt. Schon lang vor dem Beginn der Feier waren Saal und Tribünen von Mitgliedern der Gemeinde und ehemaligen Schülern der Anstalt gefüllt, unter denen zu unsrer Freude noch eine stattliche Anzahl von Männern und Frauen waren, die zu den Schülern des ersten Jahrgangs der Anstalt gehört hatten. Auch eine Reihe von Ehrengästen durften wir begrüssen, den Vertreter der Stadt, Herrn Bürgermeister Geheimrat Dr. Varrentrapp, den Herrn Polizeipräsidenten von Müffling, als Vertreter des Kuratoriums der höhereu Schulen und der Städtischen Schuldeputation Herrn Stadtschulrat Lungen, die Herren Direktoren oder Ver-