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Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main · 1903-01-01 · 1903 · page 202

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Journal
Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main
Volume
1903
Date
1903-01-01
Page
– (sequence 202)
Language
German
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IRI
…/2580773-2580832--1602-2582401
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12 Eltern. ' An der Spitze steht die Erziehung und Gewinnung für das Gottesgesetz, oder der individuelle Faktor und sein Ziel: die Ausbildung und sittliche Gestaltung der eigenen Persönlichkeit. An der zweiten und dritten Stelle gewahren wir soziale Faktoren: jeder Israelit ist verpflichtet, der Kette der Menschengeschlechter neue Glieder anzuhängen und somit für seine Person den Bestand der Menschengesellschaft verbürgen zu helfen, und endlich durch „gute Werke" rein menschliche Pflichten gegen die Gemeinschaft zu erfüllen.24) Wir ersehen auch aus dieser Betrachtung, wie Individual- und Sozialpädagogik im alten Judentum zu einem unlöslichen System verbunden sind. 13. Die Herrschaft und das Wirken der Eltern im Hause sind ein Abbild der göttlichen Regierung und Waltung in der Welt, die Eltern die irdische Vorsehung der Kinder, das Haus eine von sittlichen Ideen durchwaltete Welt im kleinen, ein sittlicher Mikrokosmos. Die talmudischen Gesetzeslehrer vergleichen unter fortwährender Anlehnung an Schriftverse die den Eltern geschuldete Ehrfurcht ausdrücklich mit der Gott zu erweisenden Ehrfurcht. Diese Gleichstellung scheint sich uns schon in der sprachlichen Fassung der Zehngebote auszusprechen. Diese sind nämlich bis auf zwei Gebote negativ gefasst, also Verbote. Von den zwei positiv gefassten Geboten ist das erste die Pflicht der Sabbatheiligung, also ein Gott gegenüber zu erfüllendes Gebot, das zweite aber befiehlt die Verehrung von Vater und Mutter. Und ferner: an der Spitze der Zehngebote steht das Wort: Ich bin Gott, Dein Gott, der dich aus Ägypten herausgeführt hat, aus dem Sklavenhause. An der Spitze des zweiten Teiles des Dekaloges aber, nämlich der das Leben der Menschen untereinander regelnden Vorschriften, steht das Gebot der Elternverehrung. Und endlich : in dem ersten Satze fordert Gott als der Befreier aus, dem Lande der Sklaverei seine Anerkennung als einig einziger Gott, in dem Satze von der Elternverehrung spielt das Land der nationalen Freiheit und Selbständigkeit eine Rolle. „Ehre Deinen Vater und Deine Mutter", heisst es, „damit Deine Tage lang werden in dem Lande, das Gott Dir giebt". Die Väter und Mütter in Israel sind gewissermassen 24) Manche verstehen unter »guten Werken" die religiösen Pflichten ganz allgemein. VI

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