Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main
- Journal
- Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main
- Volume
- 1903
- Date
- 1903-01-01
- Page
- – (sequence 191)
- Language
- German
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Die Bedeutung des Hauses im alttestamentlichen Erziehungsplane. Ein Beitrag zur Geschichte der Pädagogik. Von Oberlehrer Adolf Weyl. in tiefgreifender, grundsätzlicher Unterschied waltet zwischen 1. den geschichtlich überlieferten Ansichten der Griechen und der Juden über die Erziehung des heranwachsenden Geschlechts. Für die ältesten Zeiten der griechischen Pädagogik1) sind die beiden grossen Epen Homers unsere Quelle. Aber was uns hier über pädagogische Gedanken und Veranstaltungen geboten wird, kam nur den Kindern — oder sagen wir lieber den Söhnen? — der herrschenden Klassen (ß<xGiXsTgy ävaxzsg) zu gut. Das Volk als solches, der Demos, tritt überall in den Hintergrund als eine ungegliederte Masse. Gewiss hat es zu allen Zeiten bei den Griechen, und nicht nur bei diesen, sondern bei allen Völkern, die sich über den rohesten Naturzustand erhoben haben, tatsächlich eine Erziehung der Kinder gegeben. Aber diese und ihre Erfolge blieben dem Zufalle überlassen, man begnügte sich mit der hergebrachten Empirie. Das Nachdenken der führenden Geister aber über Fragen der Erziehung und das bewusste Erziehungswerk galten in jener grauen Vorzeit bei den Griechen nur den Söhnen der Fürsten und des hohen Adels. Ja, vieles von dem, was wir über den Inhalt und das Wesen jener ältesten 1) S. für das folgende: Pauly, Realencyklopädie des klassischen Altertums, Artikel „educatio", Lübker, Reallexikon des klassischen Altertums, Artikel ,,Erziehung". VI 1