Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main
- Journal
- Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main
- Volume
- 1903
- Date
- 1903-01-01
- Page
- – (sequence 188)
- Language
- German
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80 der Weltherrschaft Napoleons hingearbeitet, freilich unter der Bedingung, dass Ostreich nicht zum dritten Male der Gefahr der Niederlage, die vielleicht gleichbedeutend mit Vernichtung war, ausgesetzt werde, und dass er „nicht über Haaresbreite über die Linie hinausging, die der Drang innerer und äusserer Nötigung vorschrieb". Metternich kannte nun aber Napoleon zu genau,87) um glauben zu können, dass noch so weite Grenzen, wie etwa Pyrenäen, Alpen und Rhein, seinem Ehrgeiz genügt hätten. Nur wenn an die Stelle Napoleons der König von Rom unter Regentschaft seiner Mutter und unter Vormundschaft seines Grossvaters getreten wäre, dann erst wäre der Friede gesichert, Metternich sei ein feiner Psychologe gewesen, der auf den Charakter Napoleons hin so grosse Anerbietungen gemacht habe. Er wusste, dass Napoleon nie auf seinen grossen Besitz Verzicht leisten werde und wie man hinzufügen darf, auch nicht konnte.88) Übrigens sollten die Waffen keinen Augenblick ruhen, bis der Friede geschlossen sei. Diese Meinung Metternichs erkennen wir auch aus der Unterredung Hardenberg's mit Stadion: „Metternich will denselben Zweck wie wir, ausgenommen die Vernichtung der Dynastie Napoleons, deren Werkzeug weder er noch der Kaiser sein will".89) Noch deutlicher aber tritt es in dem Brief an Caulaincourt (10. Nov. 1813) hervor,90) dass Metternich nie an die Annahme der vorgeschlagenen Friedensbedingungen geglaubt habe, obgleich für Frankreich der Friede unter den augenblicklichen Verhältnissen sehr günstig war. „Napoleon wird keinen Frieden machen. Das ist mein Glaubensbekenntnis und nie wäre ich glücklicher, als wenn ich mich täuschen sollte". Mir scheint freilich dieser Zusatz zu zeigen, dass eben die Friedensbedingungen in vollem Ernst vorgeschlagen waren. Von diesen Friedensbedingungen wollten die Verbündeten nie abgehen, so schreibt Aberdeen noch am 28. November über 87) Oncken „Oesterreich u- Preussen" Bd. II u. Oncken: „Aus den letzten Monaten des Jahres 1813." 88) Er urteilte etwa wie Warwick in Heinrich IV, I- 3, 1: „There is a history in all mens lives, figuring the nature of the times deceas'd. 89) Oncken, »Oesterreich u. Preussen" IS. 104: „Der Kaiser wird trotz aller Liebe zu seiner Tochter alles zum Heil seiner Seelen thun.« 90) Oncken „Aus den letzten Monaten des Jahres 1813". $. 29- V