Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main
- Journal
- Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main
- Volume
- 1903
- Date
- 1903-01-01
- Page
- – (sequence 179)
- Language
- German
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21 des tapferen Generals gemäss. Deshalb widerstand er auch der Versuchung, auf das linke Kinzigufer zu gehen, mit den Worten : „Eine solche Aufstellung sähe aus, als wenn es uns mit dem Schlagen nicht Ernst wäre, und als ob wir dem Feinde das Loch offen lassen wollten. Schlagen und den Feind aufzuhalten suchen, müssen wir aber um jeden Preis. Wir sind zu neue Freunde, um nicht unseren guten Willen mit Ernst zu betätigen". So spricht freilich eher der Diplomat, der Politiker als der Feldherr. Nun kam es am 30. und 3U zur Schlacht, die das an Zahl stärkere Heer des Feindes, das ausserdem den ganzen Vorteil der Stellung für sich hatte und von einem Napoleon 55) geführt wurde, glänzend gewann, trotzdem Wrede als tapferer und umsichtiger General seine Pflicht tat und die Verbündeten auf das heldenmütigste kämpften. 56) Es ist nicht meine Absicht, die Schlacht selbst zu schildern,57) es möge zu erwähnen genügen, dass auf dem linken Flügel VVrede's, nachdem er durch eine furchtbare Kanonade Drouots erschüttert war, das „£venementü, wie Napoleon den Durchbruch seiner Garden zu nennen pflegte, eintrat. In seine Baucht wurde dann auch das Centrum mitgerissen. So war schon am 30. der Weg frei, Napoleon liess aber durch Marmont in der Nacht die Stadt Hanau, auf die er wegen des begeisterten Empfanges der Baiern ernstlich erzürnt war, mit Brandkugeln bewerfen und zwang dadurch Wrede aus Schonung für die Stadt zum Abzüge. Auch 55) Freilich exponierte sich dieser nicht wie Wrede, sondern leitete von der Ihmshütte im Walde nach den Meldungen seiner Adjutanten die Schlacht. 56) Ob Wrede freilich seine ganze verfügbare Streitkraft eingesetzt hat, darüber lässt sich streiten. Sein linker Flügel war zu schwach, und gerade hier musste Napoleon durchbrechen. Vielleicht hätte er durch die in Hanau u. s. w. zurückgehaltene Reserve verstärkt werden können. Weshalb auch wurde Rechberg, an den, wie gesagt, erst um 11 Uhr der Befehl zum Vormarsch nach Offenbach abgesandt war, nicht zurückgerufen? Bei allem Eifer für die „gute Sache'* stand Wrede das Wohl Baierns und die Erhaltung seiner Armee wohl immer in erster Linie. Dass er aber auch ein guter Patriot war, zeigen die, wie er meinte, letzten Worte an Schwarzenberg: „Sagen Sie dem Fürsten, wie hoch ich ihn verehre, wie sehr ich der guten Sache mit Leib und Leben zugetan war, und wie schwer es mir wird zu sterben, ohne mehr dafür tun zu können." Heilmann S. 300. Beitzke S. 694 ff. 57) Vergl. hauptsächlich „Dörr, Roeder, Heilmann." V