Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main
- Journal
- Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main
- Volume
- 1903
- Date
- 1903-01-01
- Page
- – (sequence 126)
- Language
- German
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1B Blüten und Früchte zu verschiedenen Familien gerechnet werden müssen. Und die Hochesche, welche in der nordisch-deutschen Mythologie eine bedeutsame Rolle spielt, und die mit dem Ölbaum verwandt ist, gleicht nach ihrem schlanken Stamm, der gewölbten Krone und den gefiederten Blättern vollständig dem Vogelbeerbaum, welcher zu der Familie der Apfelblüter gehört. Auch unter den Nadelhölzern giebt es manche Arten, die trotz ihrer systematischen Unterschiede einen ganz gleichen Habitus zeigen. So sind die Fichte und die Edeltanne in Bezug auf ihren Stamm und die pyramidenförmige Krone mit den hängenden Zweigen und den kurzen Nadeln äusserlich einander sehr ähnlich. Ebenso machen die Föhre und die Arve, welche in den Alpen häufig neben einander wachsen, nach ihrem hohen Stamm, der schirmförmigen Krone und den langen Nadeln, welche paarweise oder zu mehreren aus einer schuppenförmigen Scheide entspringen, den Eindruck von Bäumen derselben Art. Und die Eibe, die in Deutschland sehr selten geworden ist und nur noch im südlichen Harz und im mittleren Schwarzwald grössere Bestände bildet, zeigt mit der Edeltanne eine überraschende Ähnlichkeit, obgleich beide nach ihrer Fruktifikation zu verschiedenen Grattungen gehören. Wie unsere Waldbäume, so gehören auch die Sträucher des Waldes, der Hecken und Gebüsche zu Gattungen, deren Arten den Parallelismus zwischen Ähnlichkeit und Verwandtschaft deutlich erkennen lassen. Der Zwerg-Wacholder, den man in Hochgebirgen häufig findet, ist dem gemeinen Wacholder ausserordentlich ähnlich und lässt sich von diesem nur durch die eigentümlich gekrümmten Nadeln unterscheiden. Und die Zwerg-Kiefer, weicht in höheren Gebirgen dichte, fast undurchdringliche Gestrüppe bildet, hat ganz das Aussehen der strauchartigen Föhre, welche zu den Charakterpfianzen der Heide gehört, und giebt sich nur durch den niederliegenden Stamm und die zerstreut stehenden Äste als eine besondere Species zu erkennen. Ein ganz gleichartiges Aussehen haben die mit dem Vogelbeerbaum verwandten Arten der Eberesche, welche strauchförmig sind und einfache Blätter tragen. Und die zahlreichen Arten der Gattung Rubus sind, mit Ausnahme der stachellosen Himbeere, einander so ähnlich, dass man sie für Spielarten der Waldbrombeere halten kann. IV