Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main
- Journal
- Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main
- Volume
- 1903
- Date
- 1903-01-01
- Page
- – (sequence 86)
- Language
- German
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2 Engel denn als Menschen zeichnet. Ferner erschien im Druck ein Vortrag über Eliah Wilna, den 1890 Herr S. Schechter in der Jews' College Literary Society in London gehalten hat, und endlich folgte im vorigen Jahre ein umfassendes Werk über ihn in hebräischer Sprache von Samuel Jacob Jazkan. Soweit der hier zu Gebote stehende Raum es gestattet, soll mit Benutzung der eben angeführten Quellen zunächst ein kurzes Lebensbild des Wilnaer Gaon, wie wir ihn, der üblichen Bezeichnung folgend, nennen wollen, gegeben werden. Eliah wurde am Dienstag den 15. Nissan 5480 (1720) geboren als ältester Sohn von pbl nübw, der Treine, eine Tochter des iWnö 'i , zur Frau hatte. Von dieser seiner Mutter ist nichts Besonderes zu melden; sie war eben ein jüdisches Weib, das wie ihre Genossinnen kein höheres Glück kannte, als ihre Söhne vom zartesten Kindesalter an dem Studium der heiligen Lehre entgegenzuführen. Unser Eliah war nach jeder Richtung ein hervorragender Mensch. Körperlich zeichnete er sich durch auffallende Schönheit aus, so dass man auf ihn das Wort anwandte, DIN nDDD TUD TNn♦ „Die Gelehrsamkeit des Menschen lässt sein Antlitz erstrahlen/ (Pred.8, l.)Noch wunderbarer aber waren seine geistigen Vorzüge. Schon mit sieben Jahren hielt er, ein wahrer Wunderknabe, in der grossen Synagoge zu Wilna einen mit scharfsinnigen Erörterungen talmudischer Streitfragen erfüllten Vortrag, und eine nachträgliche Prüfung seitens des Oberrabbiners erwies, dass der Inhalt jenes Vortrags von Eliah mit voller geistiger Reife erfasst und zum selbständigen Eigentum erworben war, so dass alle die schnelle Auffassung und die tief eindringende Verstandesschärfe des Knaben bewunderten. Das Erstaunlichste an diesem Geist ist aber, dass er so gut wie aus sich selbst zu ungeahnter Höhe sich emporgeschwungen hat. Nur etwa ein halbes Jahr war er als achtjähriger Knabe Schüler eines Lehrers, nämlich des Moses Margalith in Keidan, eine Schule (mnen) aber hat er nie besucht, so dass seine Geistesentwickelung völlig original war und er, frei von jedem Vorurteil, auf der Suche nach Wahrheit seine eigenen Wege wandeln konnte. In Keidan fand er, der damaligen Sitte entsprechend, wohl schon als achtzehnjähriger Jüngling seine Lebensgefährtin in der Tochter eines gewissen yb mim, die ihm zwei Söhne und eine Tochter schenkte. Um im Studium durch in