Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main
- Journal
- Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main
- Volume
- 1903
- Date
- 1903-01-01
- Page
- – (sequence 78)
- Language
- German
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24 an die Förderung der geistigen und sittlichen Grösse des Vaterlands knüpft, ihre Kinder die Sprache des jüdischen Schrifttums lehren und sie an Hand dieses Zauberschlüssels zu den Schätzen der jüdischen Nationallitteratur führen". Übrigens ist es noch ein Moment, das dieses Studium zu einem bedeutungsvollen macht, dass es nämlich, im gewöhnlichen Sinne gesprochen, für das Kind späterhin keinen praktischen Nutzen hat und dadurch das Lernen als eine sittliche Pflichttat kennzeichnet. Aus diesem Grunde fordert S. R. Hirsch für das jüdische Kind, nach dem Grundsatz der alten Meister des Talmud, neben der Pflege der Muttersprache und gleichzeitig mit ihr die Erlernung der hebräischen Sprache, aber „früh schon lebendig mit Sachkenntnis und Verstandesentwickelung".— Nach seiner so consequent durchgeführten Auffassung der Sprachentwickelung, auf die schon oben hingewiesen ist, ist ja *) „die Etymologie im Hebräischen das ernsteste und belehrendste Ablauschen der in seinen Sprachgedanken niedergelegten Welt- und Lebensanschauungen".-- Bald hat sich die Einführung der Jugend in das in dieser Sprache niedergelegte Schrifttum, und zwar zunächst in „Thenach", in Pentateuch, Propheten und Hagiographen an die Erlernung der Sprache anzuschliessen, zunächst**) „in Rücksicht auf die Sprache, dann im zweiten Kursus auf Inhalt, fürs Leben". An Hand des Pentateuchs und der Prophetenbücher lerne das Kind Natur und Geschichte verstehen, denn es giebt kein Element menschlicher Bildung, das mit dem „Buch der Bücher" nicht im innigsten Zusammenhang steht, und ***)„der Geist, der heute in Mitten des Völkerchaos gestaltend über den Wassern der Gegenwart und Zukunft schwebt, es ist der Geist, der aus der Genesis spricht, der im Exodus zuerst, ein Volk erlösend und gestaltend, Stätte auf Erden gewann, und der durch einen Jesajas sich als einst die Völker erlösend und gestaltend verkündet". ****) „Im Anblick des Himmels und der Erde, unter Vergegenwärtigung der Erscheinungen der Zeiten haben wir es („das Buch") mit unseren Söhnen und Töchtern zu lesen, nicht damit sie aus der Natur und der Geschichte Gott, sondern damit sie aus Gott die Natur und die Geschichte und *) Ibid. S. 14. **) Choreb Kap. 84. § 552, ***) Progr. 1866. S. 19, ****) Ibid. S, 20. II