Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main
- Journal
- Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main
- Volume
- 1880
- Date
- 1880-01-01
- Page
- – (sequence 44)
- Language
- German
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— 43 — Bestandteile chemisch verschieden sind. Bemerkenswert ist jedoch, daß bei denjenigen Gemischen, deren Salz eine chemische Aktion anf einander ausüben, die Differenzen zwischen den beobachteten und den berechneten Brechuugsindices stets mit demselben Vorzeichen behaftet sind. Ob dieses eigentümliche Verhalten von einer Umsetzung der gelösten Salze abhängt, muß freilich dahingestellt bleiben. Es scheint demnach, als wenn eine Prüfung des Ber th oll et'sehen Gesetzes mittelst der Brechungsverhältnisse nicht möglich sei. Der Grund hiervon liegt wahrscheinlich darin, daß die Brechungsexponenten verschiedenartiger Salzlösungen zu geringe Unterschiede zeigen, und daß es anderseits keine allgemeine Formel giebt, nach welcher sich die Brechungsindices solcher Gemische, deren Salze zu keiner Umsetzung disponiert sind, mit absoluter Genauigkeit berechnen lassen. An dieser Stelle will ich nun eine Methode angeben, nach welcher das Bertholl et'sehe Gesetz wenigstens für solche Salze, deren Lösungen gefärbt erscheinen, nicht nur einer qualitativen, sondern auch einer quantitativen Prüfung fähig ist. Die Methode beruht auf der Veränderung, welche das Spektrum des weißen Lichtes beim Durchgange durch ein gefärbtes Medium erleidet. Wenn man durch zwei verschieden gefärbte Salzlösungen z. B. durch eine CuCl2- und durch eine Cu SO4-Lösung, welche in gläsernen Hohlprismen mit planparallelen Wänden enthalten sind, Strahlen des weißen zusammengesetzten Lichtes hindurchtreten läßt und dieselben nach ihrem Durchgange mittelst Prismen zerlegt, so werden die entstehenden Spektra wesentlich von einander verschieden sein; es werden ihnen bestimmte Farben fehlen, welche durch die gefärbten Lösungen absorbiert sind. Setzt man nun, um bei dem angeführten Beispiele stehen zu bleiben, zu der Cu Gl 2-Lösung nach und nach aus einer Bürette eine Lösung von Na 2 SO4, deren Titer vorher genau bestimmt ist, so wird durch die eintretende Farbenveränderung sich das erste Spektrum in dem Maße verändern, wie die Umsetzung der beiden Salze vor sich geht. Ebenso wird das zweite Spektruni eine Veränderung erleiden, wenn man zu der Cu SO4- Lösung eine Lösung von Na Cl hinzufügt. Nach Berthollet werden in beiden Fällen folgende Salze in Lösung sein: Cu Cla, Na Cl, Cu SO 4 und Na 2 SO 4. Beachtet man nun die Veränderungen, welche die beiden Spektra durch den Zusatz der betreffenden Lösungen erfahren, so wird einmal der Fall eintreten, wo beide Spektra vollständig übereinstimmen. Dies wird aber nur dann eintreten, wenn beide Mischungen identisch sind, d. h. wenn sich in beiden genau dieselben Mengen der möglichen Salze gebildet haben. Für diesen bestimmten Fall wird sich dann aus dem bekannten Prozentgehalte der Cu CI2- und Cu SO4-Lösungen und aus dem Verbrauch der Na2 SO4- und Na Cl-Lösungen die Menge der entstandenen Salze berechnen lassen.