Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main
- Journal
- Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main
- Volume
- 1876
- Date
- 1876-01-01
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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…/2580773-2580786--0336-2581265- Visual Library
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— 4 — die vier oberen, die eigentlichen Gemara-Klassen, aus denjenigen Schülern der vier oberen Klassen bestehen, die für eine erfolgreiche Theilnahme an diesem Unterrichte qualificirt erscheinen. Herr Moritz Lewin, der während des Sommersemesters die beiden Abtheilungen der bisherigen ersten Klasse mit anerkennenswerther Hingebung unterrichtete, wird diesen Unterricht der einen Abtheilung auch ferner ertheilen. Auch hinsichtlich des Zeichenunterrichtes stellte sich die Notwendigkeit einer Theilung der Secunda heraus, so daß seit Beginn des Sommersemesters die Untersecunda separirt würde, während die Obersecunda mit der Prima combinirt blieb. Der seit Beginn des Sommersemesters Hrn. Thiel übertragene Turnunterricht wurde auf Antrag des Unterzeichneten gleichfalls um einige Stunden vermehrt, sowie auch die Mittel zur Vermehrung, resp. Erneuerung der Geräthe von löbl. Schulrathe in einsichtsvoller Würdigung der Bedeutung dieses Unterrichtes bereitwillig gewährt wurden. Die Erbauung einer eigenen Turnhalle und interimistisch die Herstellung, resp. Gewinnung eines geeigneten Locales, um auch im Winter diesem wichtigen Unterrichtszweige die ihm gebührende Pflege in vollkommnerem Maße zuwenden zu können, als dies bisher im Winter möglich' war, bildet einen Gegenstand unserer angelegentlichsten Sorge und hoffen wir, daß der nächste Jahresbericht eine erwünschte Erledigung auch dieser Angelegenheit zu bringen haben wird. Mit Schluß des Schuljahres verläßt zu unserem Bedauern Herr vr. Kinkelin unsere Anstalt, um einem Rufe an die Musterschule zu folgen. Unsere Anstalt wird der Gewissenhaftigkeit Und dem pflichteifrigen Ernste seiner erfolgreichen Wirksamkeit, seiner berussfreudigen Hingebung an dieselbe, sowie der unseren Sammlungen zugewandten sorgsamen Pflege stets dankbar ein ehrendes Gedächtniß bewahren. Für Herrn vr. Kinkel in tritt Herr vr. Lieget aus Lotzen ein und hoffen wir in ihm eine willkommene Ergänzung unseres Lehrkörpers begrüßen zu dürfen. Bei Beginn des Wintersemesters zählten unsere Anstalten 290 Knaben uud 176 Mädchen. Das Sommersemester begann mit 296 Knaben und 181 Mädchen. Die Schule ist darauf bedacht, durch die den Schülern aufgegebene häusliche Beschäftigung den Erfolg des Unterrichts zu sichern und die Schüler zu selbständiger Thätigkeit anzuleiten, aber nicht einen der körperlichen und geistigen Entwickelung nachtheiligen Anspruch an die Zeitdauer der häuslichen Arbeit der Schüler zu machen. In beiden Hinsichten hat die Schule auf die Unterstützung des elterlichen Hauses zu rechnen. Es ist die Pflicht der Eltern und deren Stellvertreter, auf den regelmäßigen häuslichen Fleiß und die verständige Zeiteintheilung ihrer Kinder selbst zu halten, aber es ist eben so sehr ihre Pflicht, wenn die Forderungen der Schule das zuträgliche Maß der häuslichen Arbeitszeit zu überschreiten scheinen, ihr davon Kenntniß zu geben. Die Eltern oder^deren Stellvertreter werden ausdrücklich ersucht, in solchen Fällen dem Director oder dem Klassenordinarius persönlich oder schriftlich Mittheilung zu machen und wollen überhaupt überzeugt sein, daß eine solche Mittheilung dem betreffenden Schüler in keiner Weise zum Nachtheil gereicht, sondern nur zu eingehender und unbefangener Untersuchung der Sache führt. Anonyme Zuschriften würden die genaue Prüfung des Sachverhaltes erschweren und, wie sie der Ausdruck mangelnden Vertrauens wären, die für die Schule unerläßliche Verständigung mit dem elterlichen Hause unmöglich machen. Auch in diesem Schuljahre hatten unsere Anstalten sich der fördernden Theilnahme von Freunden unserer Bestrebungen zu erfreuen, deren Spenden wir mit herzlichem Danke zu verzeichnen haben. Namentlich hat der sel. Herr Jacob Münzesheimer die Zahl unserer Freiplätze durch Zuwendung eines Kapitals von fl. 2600 um zwei vermehrt. Mit dem lebhaftesten Danke verzeichnen wir diese und andere uns gewordenen Spenden und hoffen, daß den stets sich steigernden Bedürfnissen unserer Anstalten die opferfreudige Hingebung und die thatkrästige Förderung von unserer Gesellschaft stets zugewandt bleiben mögen.