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Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main · 1876-01-01 · 1876 · page 2

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Journal
Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main
Volume
1876
Date
1876-01-01
Page
– (sequence 2)
Language
German
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IRI
…/2580773-2580786--0335-2581264
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Schutnachrichten. In Folge des leider andauernden Unwohlseins des Herrn Directors sah sich der löbl. Schulrath im Einverständnisse mit dem löbl. Vorstande unserer Gesellschaft veranlaßt, den Unterzeichneten mit der Leitung der Unterrichtsanstalten als stellvertretenden Director zu beauftragen und liegt demselben daher die Pflicht ob, über die Ergebnisse des abgelaufenen Schuljahres zu berichten. Nach Z 1 der mittels Rescriptes des K. Provincial-Schulcollegiums vom 5. Aug. v. I. uns mitgetheilten neuen Programm-Ordnung für Gymnasien und Realschulen ist die Verpflichtung, alljährlich in dem Programme außer den Schulnachrichten auch eine wissenschaftliche Abhandlung zu bringen, weggefallen. Von dieser Erlaubniß hat in diesem Jahre eine nicht unbeträchtliche Anzahl von Anstalten Gebrauch gemacht. In Übereinstimmung mit dem hierauf unter'm 19. Oct. v. I. erstatteten Berichte an das Provincial- Schulcollegium enthält für dieses Jahr unser Programm nur die Schulnachrichten. Abgesehen von jener für die Schule so tief schmerzlichen Verhinderung hat der regelmäßige Gang des Unterrichts und die innere Entwicklung der Anstalten im Wesentlichen keine Störung erlitten. Durch mehrfache Erkrankung einzelner Lehrer blieben ihnen freilich vorübergehende Störungen nicht erspart, denen durch Vicariate und Combinationen nach Kräften begegnet wurde. Am 12. Januar hatte sich die Realschule in ihren Oberklassen der Revision des Herrn Provincial- Schulraths vr. Kretschel und der Entgegennahme der für die Anstalt reichen Gewinn bringenden Urtheile, Anweisungen und Anregungen einer so hohen Einsicht zu erfreuen. Am 10. März beging die Schule den hundertjährigen .Geburtstag der Königin Luise durch eine entsprechende Feier mit Declamation, Gesang und einer Festrede, welche die Bedeutung der Feier durch Vorführung des erhabenen Lebensbildes der Verewigten als einer deutschen Frau und deutschen Mutter auf dem Throne dem jugendlichen Geiste und Gemüthe nahe legte: In derselben Weise wurde wie alljährlich am 22. März der Geburtstag Sr. Maj. des Kaisers und Königs von der Schule begangen. — Die Feier des auf einen Sonnabend fallenden Sedan-Tages fand diesmal bereits am 1. September statt. Am 26. März wurde der Unterzeichnete im Beisein der gesammten Verwaltung dem Lehrerkollegium als stellvertretender Director vorgestellt. In Folge dessen stellte sich die Nothwendigkeit heraus, die unterrichtende Thätigkeit desselben sofort bedeutend zu beschränken. Die dadurch zur Besetzung kommenden Stunden konnten durch die vorhandenen Lehrkräfte, die bereits von der Schule vollständig in Anspruch genommen waren, während des Sommersemesters nur theilweise und nur auf Kosten einiger Gegenstände, die leichter eine vorübergehende Beschränkung erleiden konnten, versorgt werden. Für das neue Schuljahr jedoch hat sich die Gewinnung neuer Lehrkräfte, sowohl aus diesem Grunde, als auch um den älteren einige Erleichterung gewähren zu können, als unerläßlich herausgestellt und hoffen wir in den Herren itr. Joseph Goldschmidt aus Hamburg und Michael Altmann aus Hannover eine erfreuliche Bereicherung und geeignete Ergänzung unseres Lehrercollegiums gewonnen zu haben. Eine für uns ungemein erfreuliche Erscheinung war das durch die stets zunehmende Zahl der an dem Talmud-Unterrichte theilnehmenden Schüler erzeugte Bedürfniß einer Theilung der obersten Talmud-Klasse, ein Bedürfniß, das sich bereits seit einigen Jahren immer dringender herausstellte, dessen Befriedigung sich jedoch jetzt bei dem Uebergang dieses Unterrichtes in andere Hände nicht länger hinausschieben ließ. Die von dem Unterzeichneten beantragte Trennung wurde deßhalb von löbl. Schulrathe in gerechter Würdigung der Wichtigkeit des Gegenstandes genehmigt, so daß wir nunmehr sechs Talmud-Klassen haben, von denen die beiden unteren, die Mischua-Klassen, von den Schülern der Sexta und Quinta gebildet werden, während

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