Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main
- Journal
- Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main
- Volume
- 1869
- Date
- 1869-01-01
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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5 bindungsfasern, die nach und nach die vorhandene Lücke ausfüllen und dem Neuaufgenommenen einen Boden dauernden, weiterwachsenden Aneignens bereiten. Und das ganze Gelingen des Unterrichtes, nach sorgfältiger Auswahl des Geeigneten, beruht wiederum auf der Kunst, die geistige Empfangsfähigkeit des Schülers allgemein zur Empfänglichkeit anzuregen, insbesondere aber das mit dem neu aufzunehmenden Keim bereits vorhandene Verwandte im Bewußtsein zu beleben, die besondere Stelle aufzulockern, die der Fruchtboden des jungen Keims werden soll. Zu dieser I10raa.l1 kommt dann das la-meä, zu der ersten Keimlegung das Festmachen durch stete Wiederholung hinzu, damit die Lehre nicht nur Einmal Israeli, ein Einmal Aufgenommenes werde, sondern zu dauerndem geistigen Besitzthum, zu wirklicher Bereicherung des jugendlichen Geistes sich befestige. Es ist aber ferner nichts Fertiges, es sind überall nur Keime zu künftiger Bollendung, die wir zu tradiren haben, daher sei es aus allen Disziplinen vor Allem das Grundlegende, das Hauptsächlichste, Wichtigste, was wir lehren, und es sei unter Herrschaft des seliamierl in Sätze von so prägnanter Kürze gefaßt, daß es mit der Faßlichkeit und Übersichtlichkeit, welche die Kürze verleiht und die die Aufnahme in der Gegenwart erleichtern, zugleich die Prägnanz des Inhaltes verbinde, die für künftig fortschreitend reicherem Berständniß und vollerer Erkenntniß zugleich die vorbereitenden Keimpnnkte bietet. Daher das: jelainec!. adam clei-eeli ^exara, „suche deine Lehrsätze kurz zu fassen", und: li^inoi- ^veliAäar liskoi-, „erst für's Gedächtniß fassen, dann denkend Berständniß und Einsicht gewinnen", worauf die alten jüdischen Meister der Lehre einen so bedeutenden Werth legten, und was sie selbst mit so seltener Meisterschaft übten. Sie hatten eine große, reiche, die mannigfachsten Gebiete umfassende Wissenschaft zu lehren, und das Medium ihres Unterrichtes blieb Jahrhunderte herab nur das lebendige Wort der Lehrenden, das lebendig aufhorchende Ohr der Lernenden, kein Buch, keine Schrift kam Lehrern und Schülern zur Hilfe, und hunderte, ja nicht selten tausende von Schülern der verschiedensten Begabung und Anlage saßen zu den Füßen eines lehrenden Meisters. Da waren es vor Allem diese beiden Regeln ihrer didaktischen Methode, denen sie die Wunder ihres Erfolges verdankten. Das ganze Gebiet der von ihm zu tradirenden Wissenschaft hatte jeder Meister in kunstvoll gewählte und gebildete Sätze gefaßt, deren letzte Fassung uns noch in den Sätzen der „Mischna" erhalten ist. Kurz und prägnant sind die Sätze und geben synthetisch fo^ rd den Gesammtinhalt der zu lehrenden Wissenschaft. Diese Sätze sind es, die 5 Kit der schärfsten Präcision synthetisch fortschreitend in planer Auffassung dem Gedächtnis > m und durch nimmer