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Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main · 1871-01-01 · 1871 · page 24

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Journal
Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main
Volume
1871
Date
1871-01-01
Page
– (sequence 24)
Language
German
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IRI
…/2580773-2580778--0261-2581109
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25 Mischnaorduungen, und hielt dann einen jeden derselben an, den Gefährten zu lehren, was er selber gelernt. So sorgte Rabbi Chija dafür, daß die Wissenschaft in Israel nicht vergessen werdet — Als Typus eines gewissenhaften Schullehrers ist uns aber aus derselbe« Zeit ein Name aufbewahrt: R. Samuel ben Schiloth. Er war ein so treuer Lehrer und so ganz seinem Berufe hingegeben, daß man sich wunderte, ihn einmal außerhalb der Schulstube zu finden. Rab traf ihn einmal im Garten und fragte ihn staunend: Hast du deine Berufstreue verlassen?! In dreizehn Jahren habe ich meinen Garten nicht gesehen, erwiederte der Schullehrer, und auch jetzt ist mein Sinn bei den Kindern!^ Charakteristisch aber, den ganzen Geist der Zeit und das hohe Interesse für Lehrer und Schule bezeichnend ist es, daß — wir haben schon bemerkt, daß für Unterricht in dem schriftlichen Theile der Wissenschaft, den ersten Gegenstand des Iugenduuterrichts, allein Bezahlung angenommen werden durfte — daß, wenn mau den Typus eines „sorgenfreien Familienvaters" nennen wollte, man wieder keinen Andern nannte, als — eben diesen Schullehrer R. Samuel ben Schiloth.^ „Er ißt von seinem Eigenen, er trinkt von seinem Eigenen, er schläft unter seinem eigenen Dach —- und es betritt der königliche Steuerbote nie seine Schwelle!" so lautet die Begründung/ Von einem Schullehrer, der zugleich Borbeter war, hören wir, daß einst zur Zeit einer Dürre auf seiue Regeubitte bald Erhörung ward, und, über sein Leben befragt, gab er die Auskuuft: Ich biu eiu Schullehrer, ich unterrichte die Kinder der Armen wie die der Reichen, wem es schwer fällt, von dem lasse ich mir nichts bezahlen. Auch habe ich einen Fischteich. Kommt ein Kind nicht gerne zur Schule, so schenke ich ihm kleine Fische, und mache ihm das Lernen so leicht, und rede ihm so lange zu, bis es ordeutlich zur Schule kommt und lernt —^ Wir sind weit entfernt, mit diesen Skizzen nach irgend einer Seite hin Erschöpfendes geboten zu haben. Allein auch diese wenigen Züge dürsten, wenn uns nicht Alles trügt, dem denkenden Menschenfreunde sagen: wenn einst eine unparteiische Hand den kulturhistorischen Griffel zu einer Entwickelungsgeschichte des menschlichen Geistes führen wird, so werdeu die Jahrhunderte der rabbinischen Geistesbestrebungen nicht die am wenigsten leuchtenden Blätter seiner Betrachtungen bilden. Bielleicht schenkt ein solcher auch etwas mehr als blos mitleidiges Lächeln der schüchternen Frage: Ist die reine Frende all geistiger Erkenutniß, wie sie das gauze Volksleben der von uns geschilderten Zeiten bewegt, unserer, Geistiges nur auf der Vortheils-Waage materieller Ergebnisse » Kethuboth 103. I). — 2 Haba Bachra 8. d. - - Kethuboth 62. — * Das. — 2 Thaanith 24, s.

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