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Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main · 1871-01-01 · 1871 · page 3

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Journal
Bericht über das Schuljahr ... der Stiftischen Realschule mit Lyzeum der Israelitischen Religionsgesellschaft in Frankfurt am Main
Volume
1871
Date
1871-01-01
Page
– (sequence 3)
Language
German
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IRI
…/2580773-2580778--0240-2581088
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--SZ5- 4 -M- „Beruf" seines Lebens bilden, und welchem „Stande" ihn auch Elternwahl und Schicksalswurf sonst zuführen mochten. Geist und Herz an den Brüsten „der" Wissenschaft erleuchten und veredeln zu lassen, das machte, nach den Anschauungen jener Zeit, das leiblich geborene Menschenkind erst zum Menschen, und sicherte ihm Menschenwürde und Menschenadel und ein Menschenglück, das kein künftiger Geschickeswechsel ihm zu rauben, kaum zu trüben vermochte. Wohl zählte auch Gräcien und Latium Pflege von Wissenschaft und Kunst zu den Attributen edler Geschlechter und — Sklaven. Wohl zeugen auch die Fortbildungsanstalten und Fortbildungs-Vereine der Gegenwart, wie auch unserer Zeit das über die eigentlichen Schuljahre hinausgehende Bedürfniß allgemeiner Volksbildung nicht mehr fremd ist. Allein ein so durchgreifendes Bewußtsein von der Jedem nicht nur zustehenden, sondern in allererster Linie Jedem notwendigen geistigen Bildung, eine so allgemeine, der Erkenntniß und Wissenschaft zugewandte Werthschätzung und hingebende Begeisterung, wie sie die Jahrhunderte des rabbinischen Zeitalters kennzeichnen, dürfte man doch wohl vergebens in den Annalen irgend einer andern Volksentwickelung suchen, und eben diese in ihrer Art so einzigen Erscheinungen mit einigen charakteristischen Zügen zu zeichnen, ist der Versuch, dem diese Blätter gemidmet sein möchten. Schwerlich hatte wohl je ein anderer Verein von Männern eine größere Aufgabe zu lösen, und hat sie mit bewußtvollerer Klarheit und mit nachhaltigerem, noch heute in lebendiger Gegenwart nachwirkendem Erfolge gelöst, als die Männer des jüdischen Areopags, als die Gründer und Schöpfer der rabbinischen Volksentwickelung, die „Männer der großen Versammlung", die eeelesia ms^na, von ihrer Zeit als Feld ihrer Wirksamkeit gestellt fanden. Auf heimischem Boden, in äußerer Abhängigkeit zu innerer Selbständigkeit sich selbst wiedergegeben, galt es, das Volk, dessen Leitung ihren Händen anvertraut war, also durch innere EntWickelung zu einer geistig sittlichen Höhe emporzuheben, daß es allen äußeren politischen Wechselfällen, deren mächtigem Einflüsse nach der wehrlosen Lage seines kleinen nationalen Bodens und nach der ganzen politischen Konstellation der Zeiten, die seiner warteten, es in keiner Weise sich entziehen konnte, in vorhinein gewachsen bleiben, und ein gemeinsames geistiges Nationaleigenthum also sein eigen nennen sollte, daß es, in der Einheit seiner nationalen Gesammtheit sowie in der Individualität seiner weithin zerstreuten Glieder, in diesem geistigen Eigenthum einen unveräußerlichen, jeder politischen Wandlung trotzbietenden Boden nationaler Gemeinsamkeit sollte bewahren können, der die Gesammtheit wie den Einzelnen stets ihrer Bestimmung ungetrübt und ungeknickt erhalten werde.

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