Der Jude
- Journal
- Der Jude
- Volume
- Neunter und letzter Band (1772)
- Issue
- Achtzehntes Stück (1772)
- Date
- 1772-01-01
- Page
- Seite 279 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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. LL »M» ten und sprechen: Da' bey euch Juden die Weibspersonen nicht beschnitten werden, so können sie ja nicht vorJüdinnen gehalten werden, und haben also kein Recht am Judenkhum. Sie wissen aber nicht, daß der Glaube in dem Herzen, Nicht aber in der Beschneidung seinen Grund habe, und daß.es also nicht auf die Beschneidnng des Fleisches, als vielmehr auf eine wahre Aen« derung und Verbesserung des Herzens ankomme. — Wer den rechten Glauben nicht hat, den machet die Beschneidung zu keinen Juden, wer aber rechtgläubig ist^ der ist auch ohne Beschneidung ein wahrer Jude, nur hat er ein einzig Gebot Gottes übertreten, daß er sich nämlich nicht,beschneiden läßt. — Indessen stehen sie dock bey allen dergleichen Lehren in der rhörichten Meinung, daß sie, und zwar durchgängig, glauben, die Seligkeit werde durch die Beschneidnng erlanget. Daß sie diese Meinung vor gegründet halten, beweisen sie durch ihre Lehren, da sie behaupten, die Beschneidung sey Wichtiger als alle Gebote Gottes zusammen genommen, sie hatten durch dieselben die gewisse Hofnung m den Himmel zu kommen, und die herrliche Majestät Gottes zu schauen. Alle die. jenigen aber, (denn so lehren sie) die nicht beschnitten sind, werden von diesem Vorrecht gänzlich ausgeschlossen, und Gott kann nur das Gebet der Beschnittenen erhören, aller übrigen Menschen Gebet aber muß er verwerfen. S4 Daher