Der Jude
- Journal
- Der Jude
- Volume
- Neunter und letzter Band (1772)
- Issue
- Dreyzehntes Stück (1772)
- Date
- 1772-01-01
- Page
- Seite 194 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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'94 »X» 4L will uns dieses sagen, daß alle nur mögliche Erklarungsarten, l wenn sie auch von einander unterschieden, und so verändert sind, daß man sie wenden kann, wohin man will,) das Mine vor sliirnn, das llnrein vor Rein, das Verbotene vor. Erlaubt das Erlaubte vor Verboten, das lln« rechte vor Hecht, und das Rechte , vor äinreckt, zu erklären in dieser großen Stimme Gorv s enthalten waren. klnd man muß »licht glauben, daß in dieser Stimme etwas mangelhast gewesen sey, denn eben durch diese große Stimme haben sich die Worte, auf.alle Seiten gegen und wlder einander gewendet und ausgebreitet, daß dadurch ein jeder von denen Weisen das Sinnige erlernet und erhalte»» hat. Man darf auch nicht glauben, daß nur allein die Propheten, Worte oder Lehren und Gesetze von dem Berg Sinai und aus den» Munde Gottes erhalten haben, sondern alle Rabbiner» durch alle Geschlechter, welche nur je gewesen sind, und noch leben werden, haben das göttliche Wort von dein Herrn der Welt selbst erhalten, deswegen heißt es u» der oben angeführte»»' Schriftstclle, „Gott hat sie geredet, zu allen euer». Gemeinen/' ein jeglicher hat das Geinige empfangen, klm deswillen haben unsere Weisen auch ganz recht gesagt, daß so wohl diesem als jenen» seine Worte, wenn sie auch gleich mit einander streiten, lauter Worte des lebendigen Gottes sind, denn es würde der Rabbine nicht so gelehret haben, wenn er es nicht von Gott selbst empfangen hätte.