Der Jude
- Journal
- Der Jude
- Volume
- Neunter und letzter Band (1772)
- Issue
- Zehntes Stück (1772)
- Date
- 1772-01-01
- Page
- Seite 155 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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GX» LL 155 also, ohne erst wcitläuftig zu widerlegen; daß diese ganze Erzählung aus lauter Lügen, welche nur die Unvernunft zusammen zu räumen gewußt, bestehet. Ob wir uns auch gleich darüber nicht verwundern, daß sich das verblendete Judenvolk solche unvernünftige Mahrchen vorkaucn läßt; so ist es doch allemal unbegreiflich, daß es auch unter uns Christen Leute giebt, dieob sie sich schon für weit klüger und weiser, als andere halten, doch noch an solchen Alfanzcreyen Geschmack finden können. Keine Geschichte, keine Erzählung, und wenn sie auch noch so drollickt wäre, kann so abgeschmackt und unwahrscheinlich aiisgedacht seyn, als die ohne alle Ordnung zusammengetragenen Lästerungen dieses unvernünftigen Verfassers. ——. Ja, einige vernünftigere Rabbinnen scheuen fich, die so gar dumme Erzählung diests Lästerbuches« vor Wahrheit auszuschreyen, fie erdenken Häher, um die Auferstehung und Himmelfarth Christi verdächtig zu machen, noch andere, aber doch mehr wahrscheinlichere Fabeln. So schreibet z. B. Abraham lperizol im 59. Cap. des Magen Abrahams, welches er wider die christliche, Religion geschrieben hat: In einer Sabbat hsnacht, welches die erste des Passahfestes war, haben die Jünger Jesu seinen Leichnam aus dem Grabe gestohlen, in einen Garten wieder heimlich begraben, und vorgegeben, er sey auferstanden, denn sie hätten ihn lebendig gesehen,