Der Jude
- Journal
- Der Jude
- Volume
- Neunter und letzter Band (1772)
- Issue
- Zehntes Stück (1772)
- Date
- 1772-01-01
- Page
- Seite 148 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2577043-2577056-9903604--3650-2580518- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
»18 »XE eine so augenscheinliche Lügen zu erfinden, die auch ein Kind so gar als eine vorsetzliche Erdichtung erkennen muß. Er konnte ja nur durch eben dem Juda die Beschwörungen dieser Bäume wieder aufheben lassen, denn Judas führte ja eben so wohl, wie Jesus, den Schem Hamphorasch bey sich, durch den er Wunderwerke verrichtete. Und wenn man Jesum an keine steinerne Säule aufhangen wollte, um die Worte der Schrift genau und pünktlich zu erfüllen, „du sollst ihn an ein Holz hangen," so war ja der Armrtftengel auch kein Holz. Man sieht also hieraus leicht die Verblendung, und die äußerste Verstockung des Verfassers mit allen seinen Ana hängern. Ehe wir selbst zu der Widerlegung dieser schändlichen vom Teufel erdichteten und nie erhörten Boßheit weiter fortgehen; so wollen wir noch vorhero den Schluß dieses verdammten Buches anführen.) Der Tag, an welchen Jesus aufgehänget ward, sagt der Verfasser, war der Ruhetag vor Passah. Am Abend, noch vor den Eintritt des Passahfestes, befahlen die Schriftgelehrten, daß man den Leichnam abnehmen, und an den Ork, wo er gesteiniget worden, begraben sollte. Denn, sagten sie, ob er gleich ein greßer Verführer des Volkes war; so muß man doch seinen verblichenen Leichnam ordentlich begraben, wenn es das Gesetz befiehlet. Man richtete sich auch hierinnen darnach, und begrub ihn dahin, wo man ihn ge-