Der Jude
- Journal
- Der Jude
- Volume
- Achter Band (1771)
- Issue
- Achtzehntes Stück (1771)
- Date
- 1771-01-01
- Page
- Seite 287 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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»X» 287 möglich seyn, wenn sie nur sicißig bedenken well-« ten, wer und was bin ich? was soll ich? und wie groß wird die Rechenschaft seyn, welche Gott an jenem großen Gerichtstage von mir fordern wird? (Die angeführten Worte des Maimonidcs verdienten mit'golducn Buchstaben über unsre Rathhänscr geschrieben zu werden.) Gott wohnet in seiner Gemeine. Deswegen bann man gar wohl sagen, daß eine Obrigkeit, die Recht und Gerechtigkeit handhabe, eben diese Wohnung Gottes bey seiner Gemeine verursache. Heil einer solchen Obrigkeit! Ihr Lohn wird herrlich seyn an jenem Morgen. Nun möchte hier Je, mand einwenden: Aberwozu dient mir ein obrigkeitlich Amt, wenn nichts als Norh, Elend, und Verantwortung damit verbunden seyn soll? Mai, monides antwortet darauf: Man müsse von Mose lernen, Gott in allen Stücken gehorsam zu seyn, und wenn man von der Gemeinde zu einer richterlichen Würde erhoben, und berufen wür, Le, es für einen göttlichen Ruf erkennen, um welches willen man verbunden sey, alles zu leiden. -> Ob nun schon Richter sich über ihre Untergebnen nicht auf eine ungeziemende Art hinweg sehen sollen, so dürfen sie doch ihre Ehre, und ihr Ansehn nicht ganz vergeben. Das aber kann auf keine beßre Weise geschehn; als wenn sie so leben, wie es Gott von ihnen fordert. Tausend Beyspiele beweisen die Wahrheit dieses Satzes. Diejenigen Unterlhanen sind sodann aller Strafe würdig, die eine solche Obrigkeit verachten, und