Der Jude
- Journal
- Der Jude
- Volume
- Achter Band (1771)
- Issue
- Eilftes Stück (1771)
- Date
- 1771-01-01
- Page
- Seite 174 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2577043-2577055-9903567--3268-2580158- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
174 »XO LZL Meevgotte hinfliegen/ sich den Schamie hohlen, um damit das Gefäße durchzuschneiden. Man sollte bey dieser Erscheinung sogleich einen großen Lerm machen, und den Auerhan so sehr erschrecken, daß er den Wurm müsse fallen las sen; da man denn ohne Verzug nach ihn greifen, und sich seiner bemächtigen sollte. Nach dieser gegebenen Nachricht wollte der Teufel nun wieder losgelassen seyn, da sich aber der König Salomo hierzu nicht verstehen wollte, so bekam ihm nach der Zeit dieses Zanze Unternehmen sehr übel. Denn Aschmadai, da er seine Höflichkeit gegen den König Salomo so übel belohnet sähe, ward endlich ganz ungnädig, und sann auf Gelegenheit sich zu rächen, die er auch gar bald fand. Der König fragte ihm nämlich einstmals, was denn die Teufel alles für Künste könnten? Und was sie vor den Menschen voraus Härten? Aschmadai antwortete: daß er diese Künste dem Könige zeigen wollte, wenn man ihm nur erst seine Ketten abnehmen würdet Salomo bewilligte es sogleich, und brannte recht für Begierde zu sehen, was doch der AsiHmadai angebeu würde» Hier nun dehnte sich dieser teuflische Fürst, weil er von seinen Banden los war, auf einmal so sehr aus, daß er von der Erde bis am Himmel reichte; hierauf ergriff er den König Salomo, und schleuderte ihn 400 Meilen aus dem gelobten Lande in eine Gegend hin, wo er in die äusserste Noch gerieth, und so arm wurde, daß er sein Brodt vor den Thüren suchen mußte, lind