Der Jude
- Journal
- Der Jude
- Volume
- Achter Band (1771)
- Issue
- Fünftes Stück (1771)
- Date
- 1771-01-01
- Page
- Seite 80 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
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So 24 »X» 24 Antwort: dieSprache an sich selbst ist nicht verachtet: denn wir finden in der Schrift selbst hin und wieder chaldaischeStellen, sondern sie wird nur von den Engeln verachtet, und dieses ist eben daher eine von denHauptursachen, warum man die Schrift in den chaldäischen Dialect übertragen hat, weil man nämlich dadurch dem Neids der Engel Einhalt thun wollte. — Daraus, daß die Engel dieser Sprache gehäßig sind, wiewohl die heil. Schrift selbst an verschiednen Orten darinnen abgefasset ist, kann man schließen, wie wenig sie vollends die Übrigen Sprachen der Völker leiden können, da sie selbst keine andre als die heilige hebräische Sprache untereinander reden. Daher muß man sich eben befleißigen, in dieser allein zu beten. Aus solchen Gebeten, die in andern Mundarten vor Gott gebracht werden, winden auch die guten Engel keine göttliche Kronen. Wenn aber jemand so unwissend, und arm am Geiste ist, daß er die hebräische Sprache gar nicht verstehet, und schüttet nur vor dem Allmächtigen, der die Herzen und Nieren prüfet, seine Gedanken und Worte, in welcher Sprache er kann, voll reger Andacht, und heiliger Ehrerbietung seines Herzens aus, so ist dies dem Hochgelobten weit angenehmer, als wenn jemand noch so viele hebräische Gebeker ohne Verstand, und Inbrunst herplappert. (Eigene Verur« theiluNg der Juden.') Das bedeuten die Worte Ps. ivr, i. «Ein Gebet des Armen, (nämlich an Erkenntniß) wenn er betrübet ist.ussein Gebet (oder seine Gedanken) vordem Herrn ausschüttet.«