Der Jude
- Journal
- Der Jude
- Volume
- Achter Band (1771)
- Issue
- Viertes Stück (1771)
- Date
- 1771-01-01
- Page
- Seite 60 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
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6o LL »x« darunter das Gebet gemeint, welches jeder Engel insbesondre vor Gott bringt, um dadurch «rst allem Fleische den Zugang zum Schöpfer zu eröffnen. Jedoch dürfen die Engel oben inr Himmel ihr Gebet nicht eher anheben, als bis die Menschen unten auf Erden das ihrige verrichten 5 denn was der Mensch hienieden thut, das muß ihm sogleich sein Fürsteher, der Engel in der Höhe nachthun. Beter also der Mensch, so betet ihm sein Engel nach. Darum heißt es Es. 6;, 24. "Es wird geschehen, spricht der Herr, daß ehe sie noch rufen, ich ihnen antworten, und wenn sie noch rufen, ich sie erhören werde," nämlich, ehe noch das/ Gebet des Menschen vor Gott kommt, so erhört er schon die Fürbitte seines Engels im Himmel Das Sepher Lhaffdim erinnert S. 78. §.4. gleichfalls, daß jeder Mensch seinen besondern Engel, oder Mnjel im Himmel habe. Wenn nun jener in seinem 2eben Gott andächtig gelobet, und von Herzen angebeket habe, so fahre dessen Engel auch nach seinem Tode fort, mit eben der Stimme, und auf eben die Art, wie der Mensch es unten gewohnt gewesen, Gott, seinen Herrn und Schöpfer zu loben, und anzubeten, in der frommen Absicht, daß es den Nachkommen eines so fleißigen und andächtigen Beters auch nach seinem Abstcrben noch wohlgehen möge. Damit nun die Menschen, welche sichs angelegen seyn lassen, die göttlichen Gebote zu halten, und den Heil. Hochgelobten ihr ganzes Lebens