Der Jude
- Journal
- Der Jude
- Volume
- Siebenter Band (1771)
- Issue
- Funfzehntes Stück (1771)
- Date
- 1771-01-01
- Page
- Seite 228 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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srz LA *x» LA und wichtigste in dxn Augen Gottes, und derer. Menschen ist, annehmen, daß. nämlich der Mensch sogleich im Tode seine Strafen, oder Belohnungen, empfange , oder man mag auch nach der Lehre des berühmten Rabbi Moje LTsachmenidis, glauben, daß der Mensch, ob er schon nach seinem Hintritte gerichtet worden, seinen verdienten Lohn doch nicht eher, als nach der Auferstehung von den Todten, erhalte, so bleibt doch allemal so viel gewiß, und ausgemacht , daß einem jeden sein Urtheil bereits ge? sprechen ist, wozu also das dritte Gericht? Ist nach gehaltenem zweyten Gerichte noch eine Wahl zwischen Gutes und Böses,thun, möglich, welche' ein neues Gericht nach sich ziehen könnte? Oder kann der Urtheilssprnch des zweyten Gerichts, in dem dritten widerrufen werden? Keines vdn bcydeft kann statt 'finden. Denn wer einmal nach dem Tode gerecht befunden wird, kann von nun an durchaus nicht mehr sündigen; und wer nach seinem Hingange aus der Welt einmal unter die verurtheilken Sünder , .gezählet ist, kann, ohne Ausnahme, seinen Anstand durch keine Veßerung verändern. Außerdem also, daß es der Vernunft widerstreiket, und ihr unbegreiflich ist, so finden wir auch in der Schrift, und in den Büchern der ältesten Rabbinen nicht die mindesten Spüren eines solchen dritten Gerichts. Denn der Spruch z B. M.?r, der Herr wird sein Volk , richten — bedeutet die Rache, die er an den Feinden seines Volks verüben wirdz und die Worte