Der Jude
- Journal
- Der Jude
- Volume
- Sechster Band (1770)
- Issue
- Dreyzehntes Stück (1770)
- Date
- 1770-01-01
- Page
- Seite 200 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2577043-2577052-9903511--2429-2579366- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
2--o LA «X» LA sie angewachsen , so muH sie losgerieben werben, und wenn sie alsdann Luft hat, so ist das Vieh verloren, hat sie aber keine, so ist es koscher. Man siehst aus dem, was wir bisher vom Schlachten gesagt haben, leicht, wie viel auf die Geschicklichkeit eines Jüdischen Schlachters ankömmt, und daß er durch seine Unvorsichtigkeit die Leute in großen Schaden setzen könne, Findet sich übrigens an den andern Theilen des Viehes etwas außerordentliches, so gehören dieselben für den Rabbineu. Wenn z. E. die Hirnschale verletzet, oder das Hirnhäurgen durchlöchert, oder das Gehirn selbst anbrüchig, faul und von Würmern angefressen, oder die Kehle, Schlund und Gurgel schadhaft, oder an dem Herzen etwas fehlerhaftes, oder z. E. eine Nadel anzutreffen ist, desgleichen in der Leber, Galle, Milz, Nieren und. Eingeweide, so gehöret das Urtheil darüber nicht für den Schlachter, sondern für den Rabbinen. Es ist ungeheuer, was für nichtswürdige Umstände und Kleinigkeiten dabey Vorkommen, indem Maimonides nur allein 70 Hauptfalle anführet, welche von den Rabbinen müssen entschieden werden, der unzähligen Unterabtheilungen nicht zu gedenken. Was für ein schweres und fast unerträgliches Joch legen diese verkehrten Leute selbst ihren Schultern auf! d— lNaimonides beschließt hier sein fünftes Buch und zugleich seinen zweiten Theil, welches zusammen 70 Der - und Gebote enthält.