Der Jude
- Journal
- Der Jude
- Volume
- Sechster Band (1770)
- Issue
- Zwölftes Stück (1770)
- Date
- 1770-01-01
- Page
- Seite 186 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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ik6 »XO „Noah sieng an, ein Ackermann zu werden, und pflanzete einen Weinberg" folgendes: der Satan gescllete sich zu Noah, und bot ihm wenn es ihn» gefällig wäre, seine Hülfe, zum Bau des Weinbergs an. Als sich Noah diesen Vorschlag gefallen ließ, so brachte der Satan bey der ersten eingescnkten Rebe ein Schaaf mid schlachtete es, bey der zwoten Rebe tödkete er einen Löwen, und bey der dritten, erstach er ein Schrvein. Warum dieses? Antw. um damit anzuzeigen, daß, wenn der Mensch den Wein mäßig trinket, und sich an einem Becher begnüget, er dabey so sanftmüthig, und gelassen wie ein geduldiges Lamm bleibe. Trinke er zweyMaaß, so würde er übermülhig, fienge an zu pralen und aufzuschneiden , und geriekhe bey dem geringsten Wies derspruche gleich einem Löwen in grimmigen Jorn. Das dritte Maaß erniedrige ihn endlich bis zur Natur eines unflätigen Schweines, indem er bey umnebelten Gehirne kein Bedenken trage, sich in dem tiefsten Kothe der schändlichsten Laster herum zu wälzen. Aus dieser Erzählung mußt du aber nicht schließen, fährt der Verfasser fort, daß Noah, welcher doch ein gerechter und frommer Mann gewesen ist, sich mit dem Satan in eine vertrauliche Freundschaft eingelassen'habe, sondern die Worte sollen uns nur lehren, daß, wie der Satan ein Urheber alles Bösen ist, ihm gewiß auch die Ursache der Erfindung des Weins zuzuschreiben sey, von welchen , Hof. 4, 4gesagt wird: „Hurerey, Wein und Most nehmen