Der Jude
- Journal
- Der Jude
- Volume
- Sechster Band (1770)
- Issue
- Siebentes Stück (1770)
- Date
- 1770-01-01
- Page
- Seite 111 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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»X» nr ser unwirthbare schickte nach einigen Türkischen Pfaffen, die mich mit unreinen Geistern beschworen, und Amuleke, mit Zaubercharakteren beschrieben,an desPriestersHals hiengcn,wodurch ich mich gezwungen sah,diese Wohnung zu verlassen—Halt, riefhier der Rabbi, haben die unreinen Geister von' sich selbst die Macht,böses oder gutes nach ihren Gefallen zu wirken? Gewiß nicht, antwortete der Geist, allein die Türkischen Pfaffen banncten durch ihre Beschwörungen so viel böse Geister in den Leib dieses Cohens zusammen, daß ich, um ihre Gesellschaft zu vermeiden, meine Abreise beschloß. Nun war ich von neuem ohne Herberge, und mußte lange Herumtraben, bis ich endlich hier in Jerusalem die Gelegenheit fand, mich in diese Frau einznlogiren. Wie gesagt, eben heute sind es 2; Jahre, daß ich mich in diesem Exilio befinde. Wie lange aber sagte der.Rabbi) dauert denn dieser dein elender Zustand? So lange antwortete der Geist, bis die Bastarte, die ich gezcuget habe, sterben, eher habe ich keine Hofnungbefreyet zu werden. Bey diesen Worten überfiel den Haufen des gegenwärtigen Volks Furcht und Zittern, und sie brachen alle in ein lautes Geheule aus, ja der Ruf vou dieser Geschichte schallte in idem ganzen Lande wieder, welches mit grossem Schrecken dabey an die Gerichte des Höchsten dachte. Wer heißt dich Bösewichk aber, deine Wohnung in dem Leibe dieser armen Frau aufzuschlagen?—Diesesistalso zugegangen, entschuldigte sich der Geist. Ich hatte einmal mein Nachtlager in ihrem Hause gesucht; als nun die Frau