Der Jude
- Journal
- Der Jude
- Volume
- Sechster Band (1770)
- Issue
- Sechstes Stück (1770)
- Date
- 1770-01-01
- Page
- Seite 93 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
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»XO 9? Ich muß eine Bestätigung hinzu scheu, die ich selbst erlebt habe. Als ich mich vor einigen Wo» chen »n Dreßden aufhielt, so paßirte der nämliche Fall. Eine Jüdische Magd war im Be-, griffe, Freytags einen Fisch zu schlachten, und indem sie ihm das tödtende Messer in den Bauch stürzet, so giebt der sterbende Fisch einen weinerlichen laut von sich. Die bekümmerte Köchin zeigt diesen Vorfall ihrer Herrschaft an, diese dem Rabbiuen , dieser verbietet, daß man den Fisch nicht, essen , sondern vielmehr nach ihrer obgedachten Gewohnheit begraben solle. Weil sie sich aber dieses in Dreßden nicht gekraucten, lisch icke t man diesen Fisch zu seiner Beerdigung nach Töplitz, lind dg widerfahret denn ünterwegens der Leiche das Unglück, daß sie von einem Güterbeschauer als eine verdächtige Waare ungehalten, und eine förmliche Untersuchung wegen dieses wunderbaren Transports angestellet wird. Den übrigen Verlauf dieser tragischen Geschichte, habe ich nicht abgewartet, weil ich darüber wieder von Dreßden abreisete. Die Gewisheit der Sache aber ist außer Zweifel, weil sie uns so wohl von Christen als Juden glaubwürdig ist erzählet worden. In dem oben angeführten Buche Emek Hammelech, S. i;8. C. 2. wird gedrohet,daß desjenigen Seele welcher einen Israeliten Fleisch von unrecht geschlachtetem Viehe zu essen giebt, in ein Baumblatt verwiesen werde', und weil dieses von dem. Winde immer hin und her beweget