Der Jude
- Journal
- Der Jude
- Volume
- Sechster Band (1770)
- Issue
- Sechstes Stück (1770)
- Date
- 1770-01-01
- Page
- Seite 83 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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ZS «XO .. 8Z ret: Wenn es den Gerechten übel geht, sochüßt er die Sünden eines gottlosen Vorfahren, nämlich er (der Gerechte) selbst ist Vormals, da er schon einmal auf Erden war, gottloß gewesen, und muß nsinmehro, ob er gleich gerecht lebt, dafür büßen, so umgekehrt bey den Gottlosen. Uns nur , die wir die Auflösung nicht wissen, kommen dergleichen Falle erstaunlich und wunderbar vor. Deswegen gehören aber die verborgenen.Dinge dem Iehovah unserm Gott, dessen Wege, alle gerecht sind. / Eben so gieng es dem Hiob, welcher betaklet seiner großen Gerechtigkeit , die ihm Gott selbst bezeugte, das äußerste Elend erdulden müßte. Warum anders? als weil die Seele Thara des Vaters Abrahams in ihm war, welche itzt ihre vorigen Sünden büßete. Eben deswegen ward Hiob ungeduldig, weil er nämlich das Geheimniß seiner Seele nicht wußte, ob er sich gleich seiner Frömmigkeit und Tugend be-, wußt war. Diefts trieb ihn'zn dem ungeduldigen Ausruf an: «Ich bin fromm, aber ich kenne meine Seele nicht, ich verachte mein Lebet-,^ Hiob 9, 2l. Er wollte sagen: Ich weiß nicht, ob meine Seele eine neue, oder alte, und in mich versetzte sey, und von wem ich sie erhalten habe. Deswegen verachte ich mein Leben. — Der zweite Beweißgrund ist von den Gebrechen der Menschen hergenommen, mit welchen einige sogleich geboren werden, als lahme, blinde, höckerige, stumme rc. da nun eine solche trregu- F 2 laire