Der Jude
- Journal
- Der Jude
- Volume
- Fünfter Band (1770)
- Issue
- Zwey und zwanzigtes Stück (1770)
- Date
- 1770-01-01
- Page
- Seite 346 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2577043-2577050-9903449--2143-2579096- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
LL EXE seisies Befehls, an unsere Thürpfvsten schreibest Müssen, ob in die Länge, oder in die Breite, unten oder oben, an der rechten oder linken Seite? Uns sind ferner mancherley Speisen zu essen, von Gott verboten, wie viel oder wie wenig? ist nicht bestimmet, u. d gl. mehr. Diese Dinge machen also eche mündliche Erklärung nöthwendig. Wr könnten diese Lobsprüche des Talmuds aus Jüdischen Büchern, bis ins unendliche ver» mehren. Wir glauben aber schon genug gesagt zu haben, um zu erkennen,wie hoch dieses Buch von denen Juden geachtet wird. Ob es nun aber wohl nicht zu laugtien ist, daß in demTal.mude hier und da noch manches Gute, oder doch Erträgliches, ja an manchen Orten auch Spuren des Scharfsinnes und Witzes angetroffen werden, so müßten wir uns Loch billig über die Lobeserhebungen des bNaimoriides, Aden Efra und anderer Männer, deren Schriften Stückweise viel vernünftiges enthalten, wundern, daß sie den Talmud durch die Bank als ein unschätzbares Werk bis gen Himmel erheben, wenn man nicht zugleich sich erinnerte, daß sie Juden gewesen, und ihre Empfindung von Wahr und Falsch, von Vernünftig und linsinnig so lange verlaugnet hätten, als sie vom Talmud redeten. Denn daß ein verständiger Mensch, der seine Vernunft gebrauchen will, ein Buch, welches voll von Widersprüchen, und Ungereimtheiten, und Lügen und Fabeln, sie mögen auch geschmückt und entschuldigt werden, wie sie wollen, gerade wider das göttlich Wort gerichtet ist, im Ernste um des bischen