Der Jude
- Journal
- Der Jude
- Volume
- Fünfter Band (1770)
- Issue
- Achtzehntes Stück (1770)
- Date
- 1770-01-01
- Page
- Seite 285 (sequence 13)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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289 -K *x» Der Mensch ist schier zu sündigen gezwungen, weil die böse Natur über ihn die Oberhand hat, und ihn beherrschet, wie solches Gott selbst, i.B. Mos. 8, 21. bezeugt: Die Natur, oder das Dichten des menschlichen Herzens ist böse von Jugend auf. Ec ist also von seiner Erschaffung an von wiederwartigen mid verkehrten Dingen zusammen gesetzt, und daher kann sich der Mensch auch wegen seiner Sünde dereinst entschuldigen. (Heißt diß nicht offenbar Gott zum Heber alles Bösen machen?) In dem Buche Jalkut Schimmoni heißt eß S. 149. Col. 2. ferner: Vier Dinge, welche Gott geschaffen hat, verursachen ihm eine tägliche Reue, nämlich i)die Chaldäer, als die Tempelzerstörer. 2) die Jsmaeliten.?) das langwierige Exilium der Juden. Und 4) der Jsezcr Hdrrn, oder die böse Natur. 6) lästern sie, daß Gott bcy gewissen Gelegenheiten selbst gesändiget habe. Davon stehet in dem Buche Ialkut Gchimmoni, über die Mitglieder S. 168. 1. 2. folgendes: Daß Gott die sammtlichen Propheten, die nach der Zerstörung Jerusalems die Uebergebliebenen zu trösten, hingegangen wären, also angeredet: Wen solltet ihr billig zuerst trösten, mich oder Jerusalem? Wenn jemanden ein Sohn stirbt, tröstet man nicht zuerst den Vater? Oder wenn jemanden ein Hauß abbrennet, tröstet man nicht den unglücklichen Besitzer? Folglich hättet ihr mich nach dep Ordnunq-zuerst trösten sollen. Da ihr aber einmal im Begriffe stehet, Jerusalem zu trösten, söge-