Der Jude
- Journal
- Der Jude
- Volume
- Fünfter Band (1770)
- Issue
- Dreyzehntes Stück (1770)
- Date
- 1770-01-01
- Page
- Seite 195 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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LS LS rg; det sich in seinen Kasten und fühlet etliche Säcke voll köstlichen Geschmeides, er dachte aber wenig an Gold und Geld, sondern seufzere zu Gott um Rettung oder um ein seliges Ende. Indessen beschloß ein junger Mensch, der im Hause war, und wußte, was die verstorbene Frau für fürtrefliche Sachen gehabt, mit noch 2 Cammeraden das Grab zu öfncn, den Kasten zu erbrechen, und sich mit denen darinnen befindlichen Sachen zu bereichern. Schon waren sie ihrer Hoffnung nahe, und schon war dev Deckel aufgebrochen, als ein entsetzliches Geschrey, das aus dem Kasten hervorschallte, sie Mit Furcht und Schrecken davon sagte. Der geängstigte Pandulphus sprang mit tausend Freuden aus seinem Kaste» heraus, zündete in der Kirche bey einer 2a.npe eine Kerze an, durchsuchte den Kasten, in welchem er verschlossen gewesen war,beladete sich mit dem Schmucke, Kleinodien, und Golde, das er fand, lief durch den Klostergarten, und kam glücklich in sein Hauß; wie solches Christian Münstche, im neuerbautett Schauplatze denkwürdiger Geschichten, Cap. Z2. pag. 240. u. f. erzählet. Wir kehren nach dieser Ausschweifung wider zu den LeichenpxoceßioneN der Juden zurück, st Wenn sie den Tobten aus dem Hause tragen, so müssen die Füsse zuerst heraus kommen; und sobald der Sarg aus dem Hause ist, so werfen ihm die Zurückbleibenden einett Topf oder Scherben nach, anzuzeigen, daß hiermit alle Traurigkeit aus dem Hause weichen soll. Der Sarg ist mit ci- N 2 nein