Der Jude
- Journal
- Der Jude
- Volume
- Fünfter Band (1770)
- Issue
- Zwölftes Stück (1770)
- Date
- 1770-01-01
- Page
- Seite 185 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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LS LS i§x für den Armen im Tode keinen Vorzug haben möchte». In alten Zeiten habe man die Gewohnheit gehabt, bey denen Leichenbegängnissen viel Glanz lind Pracht zu zeigen; allein nachdem die Nabbinen dahinter gekommen wären, daß die Verstorbenen in der andern Welt mit einander umgiengen, und sich also die in armseliger Tracht, für denen besser bekleideten, schämen müssen, so habe man deswegen die billige Verordnung gemacht, alle Todtc auf einerlei) Art zu begraben. (Dem allen ohnerachtek, wissen wir ans Erfahrung, daß die Reichen dennoch oft in feiner Holland. Leinewand, die gar oft noch mit den kostbarsten Spitzen eingefaßt ist, die Armen hingegen in schlechten und wohlfeilen Sterbekitteln begraben werden, welches man auch am Versöhnnngstage,wo ieder Verheyrathete in seinem Sterbekleide erscheinen mnß, sattsam bemerken kann.) Die Sterbekleider zu verfertigen, ist Lenen Weibern als eine Schuldigkeit auferleget, weil sie den Tod in die Welt gebracht haben; doch wird es denen die ihre monatliche Zeit haben, nicht zugelaßen. Der Faden, womit genähet wird, darf keinen Knoten haben, daher die ersten Stiche eines neuen Fadens sorgfältig befestiget werden müssen, damit keine Naht beym Ankleiden aufgche; auch sollen sie sich hüten, daß weder ein Fleck noch ein Riß oder Loch in der Leinewand befindlich sey. Da nun an der Zubereitung der Sterbekleider so gar viel gelegen ist, so sollen sich fromme Juden dieselben noch bey ihrem Leben anschaffen, N s sowohl