Der Jude
- Journal
- Der Jude
- Volume
- Fünfter Band (1770)
- Issue
- Zehntes Stück (1770)
- Date
- 1770-01-01
- Page
- Seite 156 (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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i;6 2L OXO Weibes drang, so wurde doch der Sache nach und nach so eine Wendung gegeben, daß er ohne öffentliche Erklärung seiner Unschuld die tausend Thaler verlieren mußte. Eine theure Krankheit! Jede meiner Blattergruben, deren ich doch eine ziemliche Anzahl hatte, kam also meinen Vater mehr als einen Ducarcn zustehen, woran er sich scherzweise oft erinnerte. Wir führen diese Geschichte statt eines Exempels an, wie viel ungerechte und erdichtete Beschuldigungen dem Juden, mit unter, von den Christen aufgebürdet werden, worzu jene durch die ungeheure Menge ihrer Alfanzereyen, die gar keine Regel halten, sondern in diesem Lande so, in jenem anders getrieben-werden, die erste Veranlassung geben. So hat mir z. E. ein jüdischer Proselit, aus Mahren gebürtig, versichert, daß er es mit seinen Augen gesehen, wie man kleinen verstorbenen Kindern ein Gesteck hölzerner Messer und Gabel in den Sarg gelegt, ohne, daß er die Ursache davon errathen. Und BodensHaiz im 4. Theile seiner kirchlichen Verfassung der heutigen Juden, S. 174. führt folgendes an : Ist das Gebet vollendet, so senken sie den Tobten ins Grab, legen ihn zerbrochene Scherben auf Mund und Augen, und geben ihm eine hölzerne Gabel in die Hand; Die Scherben auf den Augen sollen am zeigen, daß er die Beleidigungen derer, welchen er vor seinem Tode verziehen, nicht mehr sehen soll; die Scherben auf dem Munde sollen ihm gleichsam ein Stillschweigen ausiegen, um seine Beleidiger vor Gott nicht verklagen zu können. Die ,