Der Jude
- Journal
- Der Jude
- Volume
- Fünfter Band (1770)
- Issue
- Zehntes Stück (1770)
- Date
- 1770-01-01
- Page
- Seite 154 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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>54 *XO LL gewagt hat, oder es kann seyn, daß diese beyden Juden als Ungalehrke nicht alle Gebräuche der Juden gekannt, und da sie in der äusersten Schwachheit die Worte gehört haben: Sein (des Sterbenden) Tod sey seine Versöhnung, sie diesen Zuruf mit dem, was ihnen vom EpiphaniuS von der Versöhnung Christi etwan vorgeprediget worden, für einerley gehalten, und sodann dem EpiphaniuS aus Jrrthum bekannt haben, daß ihnen ihr Rabbi ein gleiches vorgesagt hätte. So werden auf gleiche Art hin und wieder unter den Christen viele wunderbare Dinge erzählet, welche die Juden mit ihren Sterbenden vornehmen sollen, wie denn z. E. der sel. Pastor Lochnerzu Fürt folgende Worte anführet: „Das weiß ich, bey der Menge der Juden, die sich allhier befindet, daß, so oft sich ein Jude dem Tode nähert, ihre Rabbincn und andere ihm etwas heimliches ins Ohr murmeln. Ob sie aber von Jesu reden, kann ich nicht besahen. — Es sey uns erlaubt, eine Geschichte beyzufügen, die uns selbst in unserer ersten Jugend bey einer gefährlichen Krankheit wiederfahren ist; wir werden also so lange unfern gewöhnlichen Autorton ändern, und in der ersten Person reden. Als ich in meinem zehnten Jahre an den Blattern gefährlich darnieder' lag, und auf mir, als auf dem einzigen Sohne des Hauses alle Hofnung meines Vaters stund, fdavon wir die Ursache an» derswo angegeben haben,) war er auf meine Verpflegung sorgfältiger bedacht, als auf meiner übrigen Geschwister, welche an gleicher Krankheit dar«