Der Jude
- Journal
- Der Jude
- Volume
- Fünfter Band (1770)
- Issue
- Viertes Stück (1770)
- Date
- 1770-01-01
- Page
- Seite 62 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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6r LA GXG LA dem Reiche und Leben getrachtet hätte; so stimmen doch die inehresten Rabbuien mit dieser Er, klarung gar nicht ein, sondern sie sagen, der Tal, mud wolle diesen Saß nicht ^23^ Lig- NM ^«rggerim, d. i. zur. Schmach oder Schande der Proseliten, sondern vielmehr zur Schande und Nachtheil der Israeliten verstanden haben. Denn, fahren ste fort: Dadurch, daß fremde Nationen, Vater, Mutter, und ihr ganzes Volk verlaßen und sich zu Gort wenden, verursachen sie/ daß Gott die Israeliten, die sein Wort verachten, weit harter, als wenn diese nicht kamen, bestrafte. Deswegen sagt Refch Lakifth: Die Proseliten jetziger Zeit sind grösser, d. i. vortreflicher, als die Israeliten, welche bey dem Berge 'Sinai gestanden-haben; denn diese höreken damals die Stimme des Donners und der Posaune, und sahen Aeichsam den Blitz der göttlichen Majestät,jene aber wenden sich zu Gott mirVerlassung aller ihrer Haabseligkeiten, blos aus eigener Ueberzeugung, ohne irgend ein Wunder zu sehen oder zu hören. Da nun bey denen Inden die Neubekehrten in einem solchen Ansehen stehen, und sich von ihnen alle Liebe und Hülfe versprechen können, so darf man sich nicht wundern, daß an solchen Orten, wo die Juden die Freyheit haben, Proseliten zu machen, dergleichen besonders zu Amsterdam und Constantino'pel gewöhnlich ist, sich viele Christen und andere Religionsverwandten zu ihnen