Der Jude
- Journal
- Der Jude
- Volume
- Vierter Band (1769)
- Issue
- Dreyzehntes Stück (1769)
- Date
- 1769-01-01
- Page
- Seite 194 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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'94 Nunmehr nimmt der Rabbiner, oder iver sonst das Brautpaar copuliret, der beyden Verlobten ihre Hände, leget sie zusammen, und decke über ihre Köpfe den Tallis oder Gebekhmantel. Und darinnen geben sie vor, dem Exempel der Ruth, (Cap. g. v. 1,9.) zu folgen, welche zu ih- Oem Vetter den Boas sagte: „Breite deinen Mantel über deine Magd," — uttd nach den Worten -es Propheten Ezechiels, Cap. 16, v. 8. da es heisset: „Ich.habe mein Gewand auf dich geworfen, daß ich deine Schande zudecke;" — Es halten daher auch einige davor, -aß die Trauung deswegen Choppah genennet werde, weil man bey -er Copulation den Tallis, oder etwas anders dergl. über das Brautpaar zu decken pflege. Denn das Stammort heisset eigentlich zudecken. Wenn das geschehen, so nimmt der Rabbiner, oder der Vorsänger, oder auch ein Anverwandter von dem Brautpaare, einen Becher oder Glaß mit Wein in die Hand, und spricht dabey das Von uns schon oben erklärte Birchas Erufm. Alsdenn giebt er Braut und Bräutigam daraus zu trinken. — Wenn die Braut eine Jungfrau ist,. so nimmt man dazu ein enges; wenn sie aber eine Wittfrau ist, ein weites Glas, diesen Segenswein daraus zu trinken. An andern Orten nehmen sie auch bey einer Wittfrau blos ein irrdenes Gefäße. Hierauf kehret der Rabbi, des Bräutigams Gesicht gegen die Braut. Er empfähet sodann