Der Jude
- Journal
- Der Jude
- Volume
- Vierter Band (1769)
- Issue
- Zwölftes Stück (1769)
- Date
- 1769-01-01
- Page
- Seite 191 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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»XG Mas die Copulation selbst anlangek, so pfleget solche heutiges Tages bey allen Juden unter einem Himmel, öder Decks, welche fle N21N Lhuppah nennen, zu geschehen. Dieser Himmel ist viereckigt gestaltet. Oben ist er mit schönen Franzen, und andern Zierrathen versehen; auf allen vier Ecken gehet eine Stange herunter, damit er von vier Knaben getragen, und an dem Orte, wo die Copulation geschehen soll, über sie gehalten werden könne. Man pfleget aber die Trauung, unter steyen Himmel, entweder auf der Gasse, oder in einen Garten, oder auch in einen reinlichen Hofe zu halten. An solchen Orten, wo die Juden öffentliche Synagogen haben, geschiehst solches insgemein draussen vor der Synagoge, und zwar /m derjenigen Seite, wo etwas in der Höhe, ein grosser achteckigter Stern, (man vergleiche deN ersten Band, S. 82.) in die Mauer eingehauen ist. — Unter freyen Himmel geschiehst die Trauung deswegen am liebsten, weil man dadurch den Wunsch zu verstehen geben will, daß sich das neue Ehepaar wie die Sterne am Himmel vermehren möchte.? Wenn nun der Bräutigam ln Begleitung etlicher Mannspersonett, und die Vraüt mit ihren bey sich habenden Weibern, mit vorausziehender Musik unter dieser Chuppah ankömmt, so schreyet jedermann : dQN Bovnch Habbo', d. i. Gesegnet sey, der da kommt! >— Sodann wird die