Der Jude
- Journal
- Der Jude
- Volume
- Vierter Band (1769)
- Issue
- Zwölftes Stück (1769)
- Date
- 1769-01-01
- Page
- Seite 190 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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*s» OSO LM es Venen Verlobten sehr verdrießlich fallen, baß sie an den mehresten Orten, bey der Copulacion, ziemlich gemißhandelt werden.' Denn so ist es z.' E. gewöhnlich, an einigen Orten dem Bräutigam Asche auf den Kopf zu streuen. Ja das BuchLSlbö befiehlst sogar, daß dieß auch der Braut geschehen solle. Eben dieses Buch verordnet auch, wie es mit . der Kleidung, bey dieser Feierlichkeit solle gehalten werden. Es sollen Beyde, weiße Schuhe kragen. Der Bräutigam soll mit den ordentlichen Geberhriemen geschmücket seyn. — An einigen Orten muß der Bräutigam einen langen Traumantel, und die Braut einen v23->2 Gargenes umhängen, welches eine besondre Art eines Mantels oder Umhanges ist, den die Juden auch an ihrem Versöhnungstage zu tragen pflegen. Siehe Buxtorfs Lexicon ,S. 154-. — Hiernächst hat der Bräutigam noch das Tallis oder den Gebethmantel über den Kopf. In Worms aber hat er an dessen statt eine Trauerkappe über den Kopf hangen. Es geschiehst aber dieses letztere zum Zeichen der Trauer über die Zerstörung Jerusalems. Denn es sollen die Juden, wie wir schon anderwärts gedacht haben, so lange Jerusalem noch zerstöret ist, keine vollkommene Freude genießen, sondern es soll vielmehr , diese für sie so schmerzliche Begebenheit niemahls, auch bey der größten Lust nicht aüs ihren Gedanken kommen. - ' - " Was