Der Jude
- Journal
- Der Jude
- Volume
- Vierter Band (1769)
- Issue
- Siebendes Stück (1769)
- Date
- 1769-01-01
- Page
- Seite 102 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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^oL OXd LS Stück davon geschiehst, daß nemlich der Vorsänger spricht: „Gelobet seyst du - der du das Hcht geschaffen hast, wobey er denn zugleich seine Nägel (wie gewöhnlich,) bestehet. Und dieses machen ihm die andern, wenn sie nach Hause kommen auch nach. Nach Endigung des Gebetes soll jeder mit traurigen und betrübten Herzen nach Hause gehen, daselbst alles Gespräch, welches etwa einiges Vergnügen erwecken könnte, einstellen; vielmehr aber mit den Seinigen nochmahls die Klaglieder Jeremiä andächtig durchlesen, und sich als- Lenn zur Rnhe.begeben. Die frommen bereiten sich diese Nacht , ihre Lagerftelle auf der blosen Erde zu. Die andern aber, die ohne Betten nicht bleiben wollen, müssen doch wenigstens eine Veränderung in ihren Betten vornehmen; so daß sie, z. E. anstact daß sie sich sonst auf zwey Unterbetten und zwey Küssen zu legen pflegten, stch in dieser Nacht nur mit einem behelfen. Frühmorgens, ganz früh gehet man wieder in die Synagoge. Es darf sich keiner vorher weder in kalten, noch warmen Wasser waschen, sondern man benetzet nur allenfalls die Finger ein wenig mit frischen Wasser, um damit die Augen auszuwischen. Die ganz frommen Juden thun auch nicht einmahl dieses, weil sie glauben, daß , ihnen auch dadurch schon, daß sie die Finger nur mit frischen Wasser benetzen, einige Erquickung entstünde. Nur das thun sie, sie befeuchten des Abends vor-