Der Jude
- Journal
- Der Jude
- Volume
- Zweyter Band (1768)
- Issue
- Siebzehntes Stück (1768)
- Date
- 1768-01-01
- Page
- Seite 265 (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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LS GXO LS 265 Noch eine besondere Meynung heget hiervon ein gewißer Ossmrder indem er glaubt, daß das Blasen dieses Tages gewißer maßen den Johannes den Täufer vorbilden sollen, dessen Stimme als die Stimme eines Rufers in der Wüsten sich wie eine Posaune hören lassen, und vor Christo, hergegangen, eben wie das Blasen vor dem Versöhnfeste hergieng. — Luthers Meinung findet man in der Randglosse über z. B. Mos. 2z. v. 24. in folgenden Worten: „das Blasen mit einem Horn geschähe, daß man Gottes, und seiner Wunder gedachte, wie er die Kinder Israel erlöset hattedavon predigte, und, Gott dankte, wie bey uns' durchs Evangelium, Christi, und seiner Erlösung gedacht, und davon gepredigt wird." Worzu die Weimarische Bibel noch hinzu setzt: „An statt des Horns, und der Posaunen haben wir die Glocken." — Buptorf und mit ihm noch einige andere, wollen, daß außer dem, daß die Juden durch die? se Feyerlichkeit erinnert worden, sich mit Furcht und Zittern durch Büßfertigkeit zu den vorstehenden Versöhnfeste anzuschicken, sie auch hierdurch ermuntert worden, Gott für alle im vorigen Jahre von ihm empfangene Wohlthaten zu danken. Von den Juden selbst glaubet der größte Theil, daß dieses Blasen mit den Widder-Hörnern geschehen sey zum Gedächtniß des erlöseten Jsaacs, an dessen statt der Widder oder Bock haS herhalten müssen, als welches eben an diesem ersten Tage des Monaths Tifchri geschehen seyn soll; wes- R § wegen