Der Jude
- Journal
- Der Jude
- Volume
- Zweyter Band (1768)
- Issue
- Dreyzehntes Stück (1768)
- Date
- 1768-01-01
- Page
- Seite 194 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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ry4 LA GXS LA Gott hier seine Gerechtigkeit mit besondern Nachdruck rühme, die er seinem Volke dadurch crwießen, daß er die ganze Zeit, da Bileam ihnen fiuchen wollen, nicht zornig gewesen sey, und dadurch verhindert) daß Bileams Schelten etwas ausrichken können; So setzt er nun zur Aufklärung dieses Geheimnißes hinzu, daß die Zeit, da Gott zürne, in die ersten drey Stunden der Nacht falle, und zwar auf den Augenblick wenn der Hahn einen weisen Kamm hat, und nur auf einem Beine stehet. Er stehe zwar, sagt er, oft so, allein, da habe er noch röche Aederlein in seinem Kamme; aber wenn Gott zornig sey so wäre der Kamm ganz weiß, und hatte keine röche Ader. Dabey stehetnun auch noch folgendes Geschichtchen. Es habe zu einer gewißcn Zeit in der Nachbarschaft dtsfrommen R. -Iostm des Sohns Levi, ein Ketzer oder Ungläubiger (ein p» Min) gewohnt, der ihm viel Verdruß angethan. Um nun seiner loß zu werden, habe der Rabbi einen Hahn genommen, und selbigen zum Füßen an sein Bette gestellet, in der Absicht, genau Achtung auf ihn zu geben, wenn der Hahn einen ganz weißen Kamm bekommen, und dabey nur auf einem Fuße stehen würde , daß er alsdenn sogleich, und eben zur rechten Zeit, den Ketzer verstrichen könnte. (Denn zu der Zeit, in weicher Gott zürne, konnte der Fluch allein seine Würkungbeweißen.) Aber was geschähe? Der Rabbi war eingeschlafen und sähe nichts. Als er nun wieder erwachte, besann er sich eines beßern, und sagte: ich sehe, daß Gott nicht haben. .- will,