Der Jude
- Journal
- Der Jude
- Volume
- Zweyter Band (1768)
- Issue
- Zweytes Stück (1768)
- Date
- 1768-01-01
- Page
- Seite 31 (sequence 15)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 90% known words query
- IRI
…/2577043-2577049-9903329--0529-2577992- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
31 LU OZM LU Der erste Theil des Liddusch Febetes, welcher aus den drey ersten Verben des i B. Mos. 2. bestehet, muß stehend gesprochen werden, und dieß zwar weil er als ein Zeugniß cmzusehen, daß Gott die Welt in sechs Tagen gesihasseu habe; und Zeugnisse müßten stehend abgeleget werden. Diese drey Verle sind am Anfänge, damit der Name Jehovah aus den vier Buchstaben der ersten vier Wörter herauskomme, mit zwey Wörtern vermehret werden, und werden also cmsgedrücket: d. i. Am sechsten Tage, da die Himmel vollendet worden. Von den Belohnungen, welche die Rabbinen dem andächtigen Absingen dieses so besonders heilig geachteten Lidduschgebers versprochen, und die aus allerhand wunderbaren Grillen zusammen gefetzet sind, wollen wir lieber Nichts sagen. Nur dieß müssen wir anmerken, daß man einen jeglichen auf das sorgfältigste darauf zu sehen, ermah- . ne, daß er ja nicht, auch nur ein Wort in diesem Gebete verfehle, damit er, so zu lagen, keinen Fehl in das Allerhei-Lgste bringe. Es wird daher dieses Gebet ans einem Buche hergesirget, darinnen gemeiniglich die Worte msgesimimk mit Sohlen bezeichnet, und gleichsam abgezehlet sind, damit man um soviel mehr gesichert i'eyn möge, keines derselben auszulassen. —— Die Wichtigkeit dieser Ceremonie machet, daß jeder Jude, durch vieles Gebet und Singen sich sucht aufs beste, zu derselben Vorzubereilen und geschickt zu macken.