Der Jude
- Journal
- Der Jude
- Volume
- Dritter Band (1769)
- Issue
- Zwey und zwanzigtes Stück (1769)
- Date
- 1769-01-01
- Page
- Seite 339 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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8 LMLN LA OXG LA , SZ9 Aus diesem Teige nun,darzu nichts, als Wei- Henmehl und Wasser genommen wird, (denn eS soll, wie es heißet, Lechem oni, Brod des Elendes seyn, und dazu darf weder Salz noch Schmalz kommen.) aus diesem geringen Teige machen sie dünne runde Kuchen. Diese durchlöchern sie mit den Sticheleisen, durch und durch, damit sie nicht aufgehen sollen. Alsdenn schieben sie selbige in den Ofen, und lassen sie ausbarken, doch so, daß sie nicht zu braun werden. Der geknätete Teig aber ist von zweyerley Art; die eine ist, wie wir schon gehöret haben, zu den ordentlichen Osterkuchen, welche sie schlechtweg Mazzoß nennen, bestimmt, die andere aber wird für die sogenannten Mitzvoß, d. i. zu einer besondern und vorzüglichen Art Kuchen aufbehalken, von welchen sie, wie wir bald hören werden, in jeder der beyden ersten Nachte des Festes, dreye brauchen. Sie backen deren aber neune, damit, wenn etwa einer von den sechsen, die sie nur eigentlich nöthig hatten, zerbrechen sollte, man sogleich einen andern an desstn Stelle habe. Derjenige, so diesen Teig knätet, muß dabey folgende Worte sprechen: „Diesen Teig knäte ich, um Mitzvoß daraus zu machen." Es ist dazu, wie wir es oben an seinem Orte erwähnt haben, ganz besonders Wasser geschöpfet, und ganz eigenes Mehl dazu gemahlen. — Der Haußvater pfleget sich mit diesen Mitzvoß am mehresten zu beschäftigen. Er macht auch absonderliche Zei- P 2 chen