Der Jude
- Journal
- Der Jude
- Volume
- Dritter Band (1769)
- Issue
- Zwanzigtes Stück (1769)
- Date
- 1769-01-01
- Page
- Seite 308 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 94% known words query
- IRI
…/2577043-2577044-9903392--1233-2577856- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
?o8 LL OXS man hält es für billig, Gott, von dem dieser Segen doch allein herkommt, vor allen Dingen etwas davon zu verehren. Man opfert also zuförderst die Erstlinge der Gerste; Und nur alsdann erst, wenn diese Darbringung geschehen, ist es jedermann erlaubt, davon für sich einzuernden. - Durch dieses Opfern der Erstlinge, glaubte, man, würde die ganze Ernde, und das ganze Feld mit alle dem was darauf wuchs, Gott dem Herren gleichsam geheiliget, und ihm für diesen seinen Segen das beste Lob und der beste Danck dargebrachr; so wie man ihn auch dadurch zugleich um fernere gesegnete Ernden auf eine ihm am meisten gefällige Weise anrufe. — Zu den Einsammeln der Erstlinge der Gersten-Früchte selbst wurden vom Obergerichte gewisse Personen geordnet, und mit hinaus geschickt. Diese musten am Abend des ersten Ostertages mit einer Sichel, und mit einem Korbe aus Jerusalem in das Thal Kidron gehen, oder sonst an einen Ort außerhalb der Stadt, wo Gerste stund. Wenn sie zu einein solchen Acker kamen, so banden sie eine Parthie dieser Aehren, soviel deren etwa zu einer Garbe gehörete», nahe unken bey der Erden zusammen,-um hernach desto leichter abschneiden zu können. Einer von diesen Abgeordneten sprach darauf zu dem Volke, welches bey dieser Gelegenheit häufig mit hinaus zu laufen pflegte: „Die Sonne ist untergegangen." Worauf das Volk antwortete : Ja! —- Der erstere fragte weiter: „Soll ich schneiden?" Das Volk antwortete abermals: