Der Jude
- Journal
- Der Jude
- Volume
- Dritter Band (1769)
- Issue
- Siebzehntes Stück (1769)
- Date
- 1769-01-01
- Page
- Seite 261 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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HL OXO 26r Die wichtigste Beschäftigung am gedachten Rüsttage aber, war die Auslegung des Sauerteiges. Denn kein Mensch durfte zu Ostern, wie man aus der Schrift weiß, auch nur das geringste von gesäuerten Brode, in seinem Hause haben, noch weniger aber würklich essen, und wenn es auch nur einer Olive groß gewesen. Wer sich wieder diese Verordnung wißenklich verging, der hakte dieStrafe der Ausrottung, oder der Geißelung verwürkek. That es aber jemand aus Unwissenheit, so > muste er diesen seinen Jrrkhum durch Opfer büssen. Denn man hatte dazu das ausdrückliche Gebot Gottes, 2. B. Mos. 12, v. 8 - l?. und an noch Mehrern Orken der Schrift, vor sich. Es geschähe aber diese Reinigung, und die Ausfegung des alten Sauerteiges, und die Zubereitung des ungesäuerten Brodes, unter folgenden Ceremonien. Jeder Haußvater schöpfte, gegen das Ende des dreyzehnten Tages, ehe noch die Sterne am Himmel konnten gesehen werden, Wasser zu den ungesäuerten Kuchen, welche den folgenden Morgen sollten gebacken werden; und sagte dgbey diese Worte: «Dieses ist das Wasser zum ungesäuerten Brod." Dieß Wasser trug er verdeckt in sein Hanß. Sodann nahm er eine Schüssel, und einen Flederwisch in seine Hand, zündete dazu ein Wachslicht an, damit es nicht viel tröpfelte, und betete dabei) folgende Worte: „Gelobet seyst chn Herr unser Gott, du König der ganzen Welt, der du uns durch deine Gebote ge- R 3 hei-