Der Jude
- Journal
- Der Jude
- Volume
- Dritter Band (1769)
- Issue
- Sechzehntes Stück (1769)
- Date
- 1769-01-01
- Page
- Seite 254 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
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-»54 »X»' LU Vielleicht gar niemahls gefeyert haben, aus Ursach ihrer großen Boßheit und ihrer so gar verstockten Herzen. Denn, fährt er fort/alsbald nach diesen zum erftenmahl in der Wüsten gehaltenen Osterfeste lehnren sie sich schon wieder gegen Gott auf, tnurreten, und gaben ganz deutlich zu verstehen, daß sie lieber in Egypten geblieben waren. Der Allerhöchste wurde auch daher sehr heftig gegen sie aufgebracht, und schwur, daß ihre Leiber alle in der Wüsten verfallen, und sie vierzig Jahre in derselben umher wandern sollten, bis sie stürben. Nun aber, schließet Lundius, sollte ja das Osterfest in höchster Freude zum Gedächtniß dieser Erlösung aus EgypteN gehalten werden. Da sie aber über solche Erlösung sich Mehr grameken, alS freueten, Und so lange, bis sie zur Ruhe gekommen waren, und das gelobte Land betreten hatten, es gar nicht für eine Erlösung hielten; so würden sie gewiß auch schlechte Osterfeyer gehalten haben. Welches Gott wohl vorher gesehen, und daher auf die Feyer des Osterfestes in der Wüsten nicht gedrungen, und durch Mosen nicht schlechtweg dasselbe zu halten befohlen; sondern nur alsdenn es verlanget, wenn sie in das Land der Verheißung würden gekommen seyn. So bald sie aber dahin gelanget, und Josua alles Volk, Las in der Wüste gebohren, und noch unbeschnitten war, (wie es denn der größte Theil würklich annoch war;) hatte beschneiden lassen, und eben gleich darauf die Zeit des Osterfestes einfiel, so hielten sie es auch am vierzehnten Tage des ersten