Der Jude
- Journal
- Der Jude
- Volume
- Dritter Band (1769)
- Issue
- Funfzehntes Stück (1769)
- Date
- 1769-01-01
- Page
- Seite 231 (sequence 8)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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KS OX» LL szt fen schreiben: „Es ist sehr gut, sagen sie, sich am Purimfeste zu fteuen, aber es muß eine erlaubte Freude, und nicht eine unbesonnene seyn. Die größte und beste Freude soll diese seyn, daß man suche, die Armen, bedürftige Wittwen und Waisen zu erfreuen. Denn wer dieses thuk, der ahmt Gott nach, indem er das Herz dieser Zerschlagenen gleichsam austeben läßt. — Solchemnach bleibet es also Heutiges Tages bey den mehresten nur bey einem kleinen Rausche; und darzu muntert sie ein besonderer Tischgesang auf, den sie an diesem Tage brauchen. Er fängt sich mit den Worten an: „Ein Agagiter erhob sich, das geliebte Volk auszurotten rc. Alle Verse endigen sich also: „Trinfet und berauschet euch, ihr Freunde! Alle Arbeit ist an diesem- Tage verboten. Und sie sagen, wer es auch thun wollte, würde doch gewiß keinen Segen davon haben. Das Buch Rehillat SHlomo setzet S. 99. zu mehrerer Einschärfung dieses Verbots aus dem Talmud hinzu: daß sich einstmals einer gelüsten lassen, Flachs am Purim auszusäen; ein Gelehrter aber, der dieses gesehen, habe deswegen auf ihn losgeeifert, und sein ausgesäeker Flachs wäre darauf sogleich gänzlich verdorben, und nicht aufgewachsen. Am fünfzehnten Tage dieses Monats machen sich die Juden ebenfalls noch lustig. In der Synagoge aber wird keine Megillah mehr ge- P 4 lesen;