Der Jude
- Journal
- Der Jude
- Volume
- Dritter Band (1769)
- Issue
- Funfzehntes Stück (1769)
- Date
- 1769-01-01
- Page
- Seite 229 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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AS GXO AS 12, Purimsmahlzeit mit einander hielten, und dabey trunken wurden, machte sich der Rabba über den R. Sirah her, und schnitte ihm die Kehle ab. Des andern Tages, da er wieder zu sich selbst gekommen, und nun sähe, was er gethan hatte, rüste er Gott inbrünstig um Vergebung gn; und siehe, der getödtete Rabbi wurde hierauf wieder lebendig. Das folgende Jahr gicng dieser Rabba wieder zu dem R. Sirah, und fragte ihn, ob er nicht die Purimsmahlzeit wieder mit ihm halten wollte? Allein es antwortete dieser : Mein lieber Rabba, es geschehen nicht alle Jahre solche Wunder. Die Ursache war, er trauete ihm nicht mehr, sondern furchte sich, jener möchte «hm die Gurgel noch einmal gbschneiden, und er dann nicht Wieder lebendig werden. —- Schutt hat in seinen jüdischen Merkwürdigkeiten, im 35. C. S. zo8. eine Stelle, welche, was wir eben jetzt gesagt, noch mehr erläutert, und die wir deswegen hier abschreiben wollen. Er sagt also: „Die lleppigkeit und Insolenz der Juden an diesem Purimsfeste, mit Verkleiden, Spielen, Fressen, Saufen und andern Muthwillen ist überaus groß, l lnsre Frankfurter Juden fasten zwar den ersten Tag am Purim; und den zweyten essen sie nur etwas weniges des Morgens; Nachmittags aber, nach drey Uhr gehet nun das Fressen und Saufen recht an, — Inder Schule brennen sie viele dichter, wie Pyramiden von dünnen Wachslichtern geflochten. Sonderlich wird von Wachslichtern ein Bild des Hamans, P 3 und