Der Jude
- Journal
- Der Jude
- Volume
- Dritter Band (1769)
- Issue
- Dreyzehntes Stück (1769)
- Date
- 1769-01-01
- Page
- Seite 206 (sequence 14)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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syk LS MO LS sagt, es komme in diesem Monath eine unglückliche Stunde vor. Wenn es sich nun zutragen sollte, daß jemand eine Gans in eben der Stunde abschlachtete, so wäre er in der gewissen Gefahr, dieses Jahr noch zu sterben. Nun hatten also, nach der Strenge dieses Gesetzes, die armen Juden, diesen ganzen Monath über, vergeblich nach gebratenen Gänsen schmachten müssen; allein ihr Hochgehalrener Rabbi Juda Chdsid hak sich ihrer erbarmet, und ein vortreffliches Mittel ausgesonnen, durch welches, sie dieses üblen Umstandes überhoben worden. Es ist dieses ein ganz leichtes Mittelchen, und bestehet blos darinnen, daß man dem Schocheth, d. i. dem Schlachter, dergleichen von jeder Gemeine gehalten wird, entweder ein Stück von der Gans, oder doch etwas an Gelde davor reichet, daß er Gänse abschlachtet. Und wenn man dieses beobachtet, so mögen nach Belieben Gänse geschlachtet werden, so viel nur wollen; Und auch der arme Schdcheth hat alsdenn nichts Übels zu besorgen. Von den frömmer» Juden werden in diesem Monath noch zweei« besondere Fasttage, nemlich am 5. und am 2 z. gefeyert. — Am erstem sollen, ihren Vorgeben nach, die Aeltesten in den Zeiten Josua gestorben seyn. Der letztere aber, sprechen sie, sey eben der Tag, an welchem ganz Israel den Stamm Benjamin einmahls wegen der frevelhaften That, die dieser Stamm zu Gi- Lea begangen, feindlich überzogen. Man sehe, im Buch der Richter, Cap. 20.